Das Pfarrersleben ist manchmal nicht ganz einfach. Es gibt Zeiten, in denen es recht hektisch zugeht. Der BR vergleicht den Pfarrerberuf mit dem eines Managers: Nicht selten 70-Stunden-Wochen, hohe Verantwortung, das alles kann schon auch zum Burnout oder eventuell zu einem Herzinfarkt führen.
Lediglich im Kloster geht es geruhsamer zu: Die Mönche und Nonnen haben dezidiert eine höhere Lebenserwartung: Geregeltes Leben, keine Existenzängste, Meditation, gesundes Essen - all das schlägt sich natürlich nieder. Ansonsten ist das Bild unklar – allerdings gibt es eine ganze Reihe von sehr alten Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Kardinälen. Ältester Kardinal aller Zeiten war Corrado Baffile, der 101,5 Jahre alt wurde. Na ja, meine Oma wurde immerhin 102, es muss also nicht immer der Kardinal sein. Aber auch sie war eine sehr fromme Frau. Möglicherweise hilft es beim längeren Leben, wenn man darauf vertraut, dass mit dem Tod nicht alles aus ist?
101, 102. Das ist alles nichts gegen den derzeit lebenden ältesten Mann Deutschlands: Am 26. Februar wird er 110. Seit dem 1. November 2025, als sein „Vorgänger“ starb, hat ein katholischer Pfarrer den Titel inne. Bruno Kant hat sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Und der Platz vor der Kirche in seinem Ruhestands-Wohnort Löschenrod ist nach ihm benannt. Letztes Jahr konnte er sein 75-jähriges Priesterjubiläum feiern, das ist wirklich außergewöhnlich.
Nun, ist es aus Lebenserwartungsgründen „gut“, Pfarrer oder Pfarrerin zu sein? Sagen wir so: Die Lebensentwürfe auch bei Pfarrerinnen und Pfarrern sind so unterschiedlich, dass man darüber keine wirkliche Aussage treffen kann.
Dem Pfarrerskollegen Bruno Kant jedenfalls wünschen wir noch viele gute Tage oder gar Jahre, in denen er unseren Berufsstand auf diese außergewöhnliche Weise als ältester Mann Deutschlands vertreten kann.


