Pfarrer Chatbot auf der Kanzel

Künstliche Intelligenz
Pfarrer Chatbot auf der Kanzel
Künstliche Intelligenz schreibt erste Predigten ... taugt das was?

Ein Chatbot, der selbst geschriebene Predigten liefern kann, könnte eine interessante Lösung für das Problem des Pfarrermangels sein. In vielen Gemeinden gibt es mittlerweile einen Mangel an ausgebildeten Pfarrern und Pfarrerinnen, was dazu führt, dass Sonntagsgottesdienste oft ausfallen oder von unerfahrenen Gemeindemitgliedern gehalten werden.

Ein Chatbot, der in der Lage ist, auf die Bedürfnisse der Gemeinde einzugehen und passende Predigten zu liefern, könnte eine willkommene Unterstützung sein. Er könnte auf Fragen und Anliegen der Gemeindemitglieder eingehen und ihnen spirituelle Führung und Trost bieten. Natürlich kann ein Chatbot niemals das persönliche Gespräch und die menschliche Nähe ersetzen, die viele Menschen in schwierigen Zeiten brauchen. Doch in Zeiten des Pfarrermangels könnte er eine wertvolle Hilfe sein und dazu beitragen, dass die Gemeinden trotzdem versorgt werden.

Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich diese Idee in der Praxis umsetzen lässt. Für vie

Screenshot einer Fehlermeldung der KI "ChatBot" unter https://chat.openai.com

Puh. Hätten Sie's gemerkt? Gut, ganz mein Stil ist es wirklich nicht. Und das Ende ... nun ja, es kommt etwas überraschend. OpenAI ist eine künstliche Intelligenz, die in der aktuellen Testphase kostenlos nach persönlicher Registrierung zur Verfügung steht – aber mittlerweile leider ziemlich überlastet ist (und an der, wie könnte es anders sein, auch schon wieder Elon Musk beteiligt ist). Der obige Text entstand ohne Mitwirkung eines Menschen auf die Aufforderung hin: "Schreibe eine Glosse zum Thema: Chatbot löst mit selbst geschriebenen Predigten das Problem des Pfarrermangels.". Na ja, ehrlich gesagt, ich habe schon deutlich glossigere Glossen gelesen, das Geschreibsel der KI wirkt doch irgendwie ein wenig – wie soll ich sagen: Gleichförmig. Langweilig. Vorhersagbar. Unglossig eben. Fürs SZ-Streiflicht braucht sich der Bot noch nicht zu bewerben.

Andererseits: Es ist schon ziemlich beeindruckend, was da mittlerweile möglich ist. Der Chatbot kann übrigens genauso auch Fehler in Computerprogrammen beheben und weist dann auch noch auf Sicherheitsprobleme hin (und behebt sie im nächsten Schritt). Eine Person auf Twitter berichtete von der automatischen Korrektur einer Deutsch-Schulaufgabe samt Notenvorschlag, der nur minimal von der Einschätzung der Lehrkraft abwich. Also, warum dann nicht mal eine Predigt schreiben lassen? Werden Pfarrerinnen und Pfarrer in wenigen Jahren überflüssig? Können wir uns gemütlich zur Ruhe setzen? Können wir uns vielleicht einfach auf andere Aufgaben konzentrieren – mehr Besuche, mehr persönliche Seelsorge?

Als das vor einigen Tagen noch ohne größere Server-Überlastung möglich war, habe ich das Predigtschreibenlassen ein paar Mal ausprobiert. Ein paar davon sind unten zitiert. Mal abgesehen davon, dass der Chatbot relativ kurze Texte abliefert: Ich muss leider zugeben, dass ich gelegentlich auch schon schlechtere "menschliche" Andachten erlebt habe.

Allerdings ist KI nicht ganz ohne Gefahren. Denn sie greift lediglich auf ihre Quellen zurück und versucht, daraus allgemeine Trends abzuleiten. Würden wir sie ausschließlich mit rechtsextremen Hass-Posts "füttern", kämen auch solche Texte heraus. Wäre die vorherrschende theologische Meinung, dass die meisten Menschen in der Hölle schmoren werden, sähen die Predigten ebenfalls ganz anders aus. Ein wirklich spannendes Beispiel dafür, wie KI vorhandene Trends unreflektiert übernimmt und verstärkt, kommt aus dem Bereich der automatischen Übersetzung. Simon Elvery weist auf Mastodon darauf hin. Bei einer Übersetzung aus dem Dänischen, wo "min kæreste" sowohl "mein Freund" als auch "meine Freundin" heißen kann, übersetzt Google Translate je nach Aussage: "Mein Freund ist der Chef, meine Freundin kümmert sich um die Kinder, mein Freund verdient mehr, meine Freundin verdient weniger" usw. (Siehe https://bne.social/@simon/109491735204958806)

Sollte die KI demnächst wieder besser erreichbar sein, bin ich trotzdem versucht, die nächste Andacht für eine Sitzung vom Computer generieren zu lassen. Ob das irgend jemand merkt?

 

Natürlich habe ich diesen Text dem Chatbot vorgelegt und um eine Stellungnahme gebeten. Das kam dabei heraus:  

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein zukunftsweisendes und vielversprechendes Technologiefeld, das in vielen Bereichen enorme Vorteile bieten kann. Sie kann zum Beispiel dazu beitragen, Prozesse und Aufgaben zu automatisieren und dadurch Zeit und Ressourcen sparen. Auch in der Medizin und im Bereich der Erkennung von Sicherheitsproblemen in Computerprogrammen kann KI wertvolle Dienste leisten.

Allerdings birgt KI auch einige Risiken und Probleme. Zum einen gibt es die Gefahr, dass sie Arbeitsplätze ersetzt und Menschen überflüssig macht. Zum anderen kann KI, insbesondere wenn sie unzureichend entwickelt und getestet wird, zu Fehlern und unerwünschten Ergebnissen führen. Auch die Frage nach der ethischen Verantwortung für die Entscheidungen und Handlungen von KI-Systemen ist ein wichtiges Thema.

Insgesamt ist KI ein komplexes und umstrittenes Thema, das sorgfältig erforscht und reguliert werden sollte, um die Vorteile zu nutzen und die Risiken zu minimieren.

Wie siehst du das Problem, dass KI lediglich vorhandene Trends verstärkt, ohne diese ethisch bewerten zu können?

Das ist tatsächlich ein bekanntes Problem im Bereich der Künstlichen Intelligenz. KI-Systeme sind in der Lage, aufgrund der Daten, die ihnen zur Verfügung stehen, bestimmte Trends zu identifizieren und zu verstärken. Sie können jedoch nicht in der Lage sein, diese Trends ethisch zu bewerten oder zu hinterfragen, da ihnen dazu die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse fehlen.

Dieses Problem kann dazu führen, dass KI-Systeme menschliches Verhalten und Entscheidungen unreflektiert nachahmen und somit bestehende Probleme und Ungleichheiten verstärken. Deshalb ist es wichtig, bei der Entwicklung von KI-Systemen darauf zu achten, dass sie auf verantwortungsvolle und ethische Weise eingesetzt werden und dass sie regelmäßig auf ihre Auswirkungen und möglichen Risiken hin überprüft werden.

 

Es folgen einige Kostproben aus den letzten Tagen.

Liebe Gemeinde,

heute möchte ich über das Thema "Gott kommt. Mitten ins Leben" sprechen. Viele von uns glauben, dass Gott irgendwo weit weg ist, vielleicht im Himmel oder in einer anderen geheimnisvollen Dimension. Doch das ist nicht wahr. Gott ist überall, auch mitten in unserem Leben.

Gott ist nicht nur in der Kirche oder im Gebet zu finden, sondern auch in unseren alltäglichen Erfahrungen und Begegnungen. Wir können Gott in den Augen eines Freundes sehen, der uns tröstet, oder in der Stimme eines Verwandten, der uns Mut macht. Gott ist in jedem Moment unseres Lebens präsent, auch in den schwierigen und schmerzhaften Zeiten. Er ist der Fels, auf den wir uns stützen können, wenn wir uns verloren fühlen.

Gott kommt nicht nur zu uns, sondern auch durch uns. Wir sind Seine Diener und sollen Seine Liebe und Barmherzigkeit in die Welt tragen. Indem wir anderen helfen und ihnen Trost spenden, bringen wir Gottes Licht in die Dunkelheit. Durch unsere guten Taten und unser Mitgefühl können wir anderen zeigen, dass Gott bei ihnen ist und sie nicht alleine lässt.

Lasst uns also offen sein für Gottes Gegenwart mitten in unserem Leben und bereit sein, Seine Liebe und Barmherzigkeit in die Welt hinauszutragen. Wenn wir unsere Herzen für Gott öffnen und bereit sind, Seinem Willen zu folgen, werden wir erkennen, dass Er immer bei uns ist und uns leitet. Amen

 

Liebe Gemeinde,

an diesem Heiligen Abend, dem Hochfest der Geburt Jesu Christi, möchte ich über die zentrale Botschaft von Weihnachten sprechen. An Weihnachten feiern wir die Geburt unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus, der in dieser Welt als Mensch geboren wurde, um uns zu retten und uns zu zeigen, wie wir leben sollen.

Die zentrale Botschaft von Weihnachten ist die Botschaft der Liebe. Durch die Geburt Jesu wird uns gezeigt, dass Gott uns bedingungslos liebt und uns in unseren Sünden vergibt. Durch Jesu Leben, Tod und Auferstehung können wir erlöst und in eine ewige Gemeinschaft mit Gott eingegliedert werden.

Doch die Liebe Gottes ist nicht nur für uns selbst, sondern auch für die Menschen um uns herum. Jesus lehrte uns, dass wir unsere Nächsten lieben sollen, wie wir uns selbst lieben. An Weihnachten sollten wir daher unsere Herzen öffnen und die Liebe Gottes mit anderen teilen.

Lasst uns an diesem Heiligen Abend dankbar sein für die Liebe Gottes, die in Jesus Christus zu uns gekommen ist. Lasst uns bereit sein, diese Liebe mit anderen zu teilen und so die Welt ein bisschen heller und freundlicher zu machen. Amen.

... und zum Abschluss noch ein paar Gedanken zur Zukunft der evangelischen Kirche, die aber naturgemäß auch nichts Neues bringen. Noch nicht mal den Einsatz einer Künstlichen Intelligenz ...

Wie könnte deiner Meinung nach die evangelische Kirche wieder mehr Menschen erreichen und die Austrittswelle stoppen?

Ich glaube, dass die evangelische Kirche mehr Menschen erreichen und die Austrittswelle stoppen könnte, indem sie ihre Botschaft der Liebe und Barmherzigkeit in die Welt hinausträgt und die Menschen dazu einlädt, an ihren Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen teilzunehmen.

Es ist wichtig, dass die evangelische Kirche zeigt, dass sie für alle Menschen offen ist und dass Gott jeden von uns liebt, unabhängig von unserem Glauben, unserer Herkunft oder unserem Lebensstil. Die Kirche sollte auch ihr Angebot an Gemeindeveranstaltungen erweitern und neue Formate ausprobieren, um die Bedürfnisse der Menschen besser zu erfüllen.

Darüber hinaus sollte die evangelische Kirche ihre Mitglieder dazu ermutigen, ihren Glauben mit anderen zu teilen und sie dazu anzuleiten, wie sie das tun können. Indem die Kirche ihre Mitglieder aktiv einbindet und ihnen die Möglichkeit gibt, ihren Glauben zu leben und zu teilen, kann sie mehr Menschen erreichen und die Austrittswelle stoppen.

 

weitere Blogs

Arbeitsmaterial "Wo ist Abel ?"
Am 27. Januar 2023 wird der Deutsche Bundestag in seiner Gedenkstunde erstmals Menschen in den Mittelpunkt stellen, die in der Zeit des Nationalsozialismus wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität ermordet wurden.
Suchen führt ins Bekannte. Finden bedeutet anders gefunden werden.