Hüüüü-hüpf!

Hüüüü-hüpf!

Ach, was war das Leben damals schön als Kind! Vor Hunderten von Jahren, als wir noch klein und dumm waren und die Gummistiefel noch aus Holz, als es noch kein Internet gab und kein Telephon, keinen Televisionsapparat und noch nicht einmal ein Faxgerät. Was haben wir den lieben langen Tag bloß gemacht? Na klar: Gehüpft. Egal wo. Auf der Straße. Über Stock und Steine. Über einen kleinen Bach. Auf dem Sofa, wenn die Eltern nicht hingeschaut haben. Auf Omas Sofa, sogar während sie mich Lateinvokabeln abfragte. Hauptsache, Fortbewegung nach Art von Flip, dem Grashüpfer aus Biene Maja.

####LINKS####Heute ist das Ganze natürlich viel organisierter und vor allem auch sicherer, macht deswegen aber (vermutlich) nicht weniger Spaß. Besonders aus der Luft müssen die kleinen Gärten in den Neubausiedlungen wirklich lustig aussehen: Mitten auf der Wiese ein blauer Kreis, manchmal auch zwei. Warum sind diese Trampoline mit dem Fall-bloß-nicht-runter-Gitter außenrum eigentlich immer blau? Wie auch immer, hier können die lieben Kleinen unter argusäugiger Aufsicht der Eltern endlich vorschriftsmäßig gefahrlos hüpfen, was das Zeug hält! An mir, immerhin vierfacher Vater, ging der Trampolinkelch aus einem ganz einfachen Grund vorbei: Unser ziemlich seltsam geschnittener „Garten“ (wer ihn kennt, versteht die Anführungszeichen) bietet schlicht keinen Platz dafür, zumal sich darin schon ein anderer, wassergefüllter blauer Kreis befindet, der unseren Kindern ebenfalls viel Spaß bereitet, zum Hüpfen aber weniger geeignet ist.

Mir hat gestern jemand eine Hüpfkirche angeboten. http://t.co/78OZYoOSAp Hat jemand der Herren @citykirche_sw @knuuut Interesse?

— Jens Arne Männig (@maennig) 31. Juli 2014

Standesgemäß für einen Pfarrersgarten wäre aber sowieso etwas anders. Etwa jene Hüpfanstalt, die ein Unternehmen mit dem schönen Namen Slippedy Do Dah aus Long Island anbietet und auf das wir über Twitter aufmerksam gemacht wurden: Eine aufblasbare Hüpfburg in Form einer Kirche! Na, wenn das mal nicht die Attraktion für jedes Gemeindefest ist. Wetthüpfen zwischen Pfarrer und Kirchenvorstand (wer fliegt als erster über die Wand raus). Kindergottesdienstgeschichte im Hüpfen erzählen („und dann hüpf liebe Kinder hüpf sagte Jesus hüpf lasst die Kinder zu mir hüpfen hüpf und hüpfet ihnen nicht! Wer das Hüpfreich Gottes hüpf nicht anhüpft wie ein hüpf Kind, der wird nicht hineinhüpfen!“) Selbst die gute alte Sonntagsschule mit Lateinunterricht hätte, siehe oben, möglicherweise noch eine Chance.

Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn es das nicht sogar in organisierter Form gäbe: die ökumenische Hüpfburgkirche oder besser gesagt Kirchenhüpfburg hat sogar eine eigene Website: www.kirchenhüpfburg.de

In St. Peter Ording ist diese wunderschöne gummiartige Kirche regelmäßig am Strand zu bewundern. Klasse Idee! Vielleicht wäre dieses Gerät auch eine schöne Missionsstation in der Fußgängerzone, jedenfalls in Orten, die traditionell eher keinen Strand ihr Eigen nennen. Statt „Treten Sie ein!“ der neue Slogan: „Hüpfen Sie ein!“ oder „Hier geht's zum Himmel!“ oder so was.

Ob es auch eine Abendmahlsfeier im Hüpfen geben kann? Oder eine Trauung in St. Hüpfus? Der Ringwechsel jedenfalls, hüpf, wäre eine große, hüpf, Herausforderung. Und beim obligatorischen Bettuch in Herzform gemeinsam ausschneiden sollte das Brautpaar gut aufpassen, dass es nicht aus Versehen ein herzförmiges Loch in die Wand der Hüpfkirche schneidet.

Schon der Prophet Maleachi wusste übrigens von dieser Institution zu berichten: In Maleachi 3,20 heißt es:  Et orietur vobis timentibus nomen meum sol iustitiæ, et sanitas in pennis eius: et egrediemini, et salietis sicut vituli de armento.

Ach, Entschuldigung, zu viel Latein gehüpft.

Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber. Wobei die Bedeutung des Wortes Mastkälber im Zusammenhang mit der Hüpfburg ein wenig im Dunkeln bleibt. Und ... Sprung!

 

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