Kältebus

Kältebus

Anfang Mai fuhren (fast) alle Pfarrerinnen und Pfarrer des Dekanats Schweinfurt mit Ehepartnern für drei Tage nach Berlin. Vorträge und Begegnungen zum Thema „Kirche und Politik“. Ich möchte ja nicht meckern und vor allem keine Namen nennen, aber fragen Sie doch mal Schweinfurter Schulbuskinder, welches der Busunternehmen die „Loser“-Busse hat; sie werden eine recht eindeutige Antwort bekommen. Tja, so einen hatten wir. Immerhin: Er fuhr, auch wenn die Kupplung ... ach egal. Und er hatte sogar eine an diesem Tag ziemlich wichtige Klimaanlage. Die wiederum machte den Bus im vorderen Teil eher warm, im hinteren eher kalt. Wir saßen eher hinten, also kalt. Gegen Ende der Reise dann sogar ziemlich kalt – leider waren unsere Jacken aber unten im Bus, konnte ja keiner ahnen, was für Temperaturschwankungen in so einem Gefährt möglich sind, eine Unwetterwarnung vor Kaltfronten hatte es auch nicht gegeben.

So fuhren wir also, bestückt mit kleinen Eiszapfen, endlich ein auf das Gelände unserer Unterkunft: Das Jugendgästehaus der Berliner Stadtmission. Das erste, was uns dort ins Auge fiel: Ein Kleinbus mit der Aufschrift „Kältebus“. Wie? Ich dachte, da sitzen wir drin? Viel kälter kann es ja nicht mehr werden.

####LINKS####Doch dann fiel mir ein, wo ich dieses Wort „Kältebus“ schon gehört hatte. Gerade im Winter, wenn es nachts wirklich lebensgefährlich kalt wird, werden auch auf Twitter die Telefonnummern der Kältebusse in den verschiedenen Städten weiterverbreitet. Kältebus: Das ist nicht das fahrende Gegenstück zur Sauna, nur in kalt. Kältebus: Das ist Lebensrettung für Obdachlose. An den richtig kalten Tagen von November bis März fahren sie durch die Stadt. Sammeln Menschen ein, die sonst vielleicht erfrieren würden. Geben ihnen ein Dach über dem Kopf für die Nacht. 180 Schlafplätze, wenn ich die Zahl richtig in Erinnerung habe. Ein Frühstück dazu am Morgen. Nächstenliebe praktisch und absolut unbürokratisch. Danke dafür, liebe Berliner Stadtmission.

Wenn Sie in einer größeren Stadt leben: Suchen sie doch jetzt schon mal nach der Telefonnummer des Kältebusses in Ihrer Stadt. Speichern Sie sie im Handy. Vielleicht können sie mit einem kleinen Anruf wirklich Leben retten. Eine offizielle Übersicht scheint es nicht zu geben, aber eine „private“ Zusammenstellung unter http://woundwie.blog.de/2012/02/03/kaeltebus-deutschland-hilfe-obdachlose-liste-12628515/


 

weitere Blogs

Eine Wiese mit Krokussen
Gestern war Vollmond - an vielen Orten Deutschlands bot sich ein beeindruckendes Bild, da der Mond in besonderer Größe zu sehen war. „Wurmmond“ wird dieser Mond vor dem Frühlingsanfang astronomisch genannt. Das klingt nicht schön, kommt aber aus indigenen Traditionen: Indigene Menschen stehen in enger Verbundenheit mit der Natur - und so beobachten sie, dass mit diesem Mond die Würmer wieder vermehrt aus der Erde kommen: Neues Leben bricht auf, die harte Zeit des Winters ist vorbei!
Heute Abend beginnt unser jüdisches Purimfest. Dabei feiern wir die Rettung der Juden im antiken Persien vor dem Vernichtungsplan des bösen Ministers Haman. Die mutige jüdische Königin Esther ist dabei eine der wichtigsten Figuren. Und ihr Mut kann uns auch heute noch inspirieren.
Ein Brief an die mächtigen Männer der westlichen Welt.