Erst beten dann trinken: Das Gebetsbier

Erst beten dann trinken: Das Gebetsbier

Als ich neulich durch das Angebot einer hiesigen Gaststätte blätterte - diese bietet eine Menge Biersorten vom Faß und noch mehr Biersorten aus der Flasche an - stieß ich nicht nur auf ein nettes Spiel, an dessem Ende eventuell nach zahlreichen Bierchen das Paradies winkte - kein Wunder, nach den zahlreichen Biersorten auf dem Weg zum Ziel - sondern auch auf eine ganz besondere Biersorte.

Dass Biere gerne mal in Klöstern gebraut werden, das ist ja nun nichts Neues. Oder Einzigartiges. Bier war im Mittelalter ja auch mal generell Frühstücks-Speise - ich bin noch nicht in der Lage gewesen am nächsten Morgen mit dem anzufangen mit dem ich am Abend endete, aber solls ja auch geben. Jedenfalls ist das Bier, das mir ins Auge stach ein Produkt der Klosterbrauerei Neuzelle. Es ist laut Werbung "das Pils für die göttlichen Momenten im Leben". Davon kanns bekanntlich ja nie genug geben...

Was mich jetzt etwas stutzig macht ist der Name: "Seelsorger". Ob die Macher wirklich um meine Seele besorgt sind mit diesem Pils? Ob geweihtes Wasser zum Brauen benutzt wird, damit meine Seele keinen Schaden leidet wenn ich das trinke? Wirds von den Mitarbeitern - sind das eigentlich Mönche? - nochmal gesegnet bevor es ausgeliefert wird? Ansonsten könnte ich ja auch mit anderen Bieren einen göttlichen Moment in meinem Leben haben und eigentlich hab ich das ja auch wenn ich das so bedenke. Schließlich bin ich ja nicht ständig in der Lage ein Glas "Seelsorger" zu bestellen wenn mir mal nach einem Bierchen zumute ist. Wobei: Beten kann ich vor dem Bier ja auch immer noch selbst. Vielleicht nicht gerade das hier, aber ansonsten...

Wobei: Die gleiche Brauerei verkauft noch ein Schwarzbier namens "Schwarzer Abt". Ich glaube, ich sollte mir das mal bestellen, schließlich werde ich sonst nie "das dunkle Geheimnis des himmlischen Geschmacks" ergründen. Uuuhhhhhh...

 

weitere Blogs

Zwei Männer in Lederhosen von der Gruppe "D´Schwuhplattler" geben sich einen Kuss bei dem CSD München.
Während in der Türkei einer queeren Kreuzfahrt das Anlegen durch die Behörden verweigert wird, erlebt Deutschland einen Pride-Monat, der so politisch ist wie schon lange nicht mehr. Gut so, findet unser Autor Wolfgang Schürger.
Du sollst Dir kein Bildnis von Gott machen - aber Gedanken machen darfst Du Dir schon... Vor allem, wenn Dein Leben aus dem Ruder läuft und Du Dich fragst: Wer steuert eigentlich gerade in diese völlig bescheuerte Richtung? Und wem kann ich mein Leid klagen?
Drei Kreuze mit Regenbogenfarben
Sonja Thomaier nimmt euch mit in den Teil 2 der Blogreihe zu queeren/den Theologien. Dieses Mal stellt euch Sonja die Einleitungen/Introductions vor.