Das große Ah!

Pfingsten
Das große Ah!
"Ah!" - Das sagen wir, wenn wir plötzlich verstehen, erkennen, wenn uns etwas erstaunt und überwältigt. Besonders passend zu Pfingsten, meint Birgit Mattausch.

Wenn es ein Pfingstgeräusch gibt, dann ist es: Ah! Ganz schnell gesprochen: Ah! (Wie Aha!) oder ganz lange und gedehnt: Aaaaaaahhhhhhh. So ein Geräusch, wie wir es machen, wenn wir plötzlich etwas verstehen. Oder wenn wir staunen. Oder wenn wir einen Einfall haben.

An Pfingsten muss die ganze Luft über Jerusalem voll gewesen sein von diesem Ah: Ah, ich verstehe dich. Dein mir grad noch fremdes Gesicht, deine mir fremde Sprache, deine Gesten. Plötzlich erkenne ich sie. Plötzlich weiß ich: das meinst du. Ah. Sage ich. Und: Ja!

Aaaaaaaaaahhhhh, wie schön bist du, bin ich, sind wir. Schau, wie wir leuchten.

Ah! Jetzt fällt es mir ein! So könnte es gehen. So könnten wir gemeinsam leben. Frei und verbunden. So könnten wir teilen, was wir haben. So könnte die Welt aufatmen. Und ihr Geräusch dabei wäre Aaaaaaahhhh. Ein wohliges, ein warmes, ein sich reckendes und streckendes Aaaaaahhhh.

Die ganze Luft voller Ahs. Bis nicht mehr zu erkennen war: ist das nun das Sausen der vom Himmel gesandten Geistkraft oder das Knistern ihrer Flammen-  oder sind das die Menschen und das, was in ihnen und mit ihnen geschieht, wenn sie Ah machen, Ahhhhhhhhhh, Aha. Ununterscheidbar all dieses Ah. Und so wars auch gedacht.

Seither also, seit diesem großen Ah, seit dem Sausen und Knistern und dem wohligen Seufzen - seither spätestens ist in all den Ahs etwas Heiliges. Etwas vom Himmel (oder wie auch immer du das nennst) Gesandtes: ein heiliges Verstehen, ein verzaubertes Staunen, ein geschenkter Einfall.

Und ich stelle mir vor: Immer wenn wir Ah machen, dann lächelt die Heilige Geistkraft und sagt: Aaaaaaahh. Und: Lieben wir!

Pfingstmontags-Aufgabe: Geh dorthin, wo du Gründe hast für ein Ah oder Aaaaaaaah oder Aha!

 

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