Gottesdienst

Glaube ist viel mehr als nur Privatsache. Wer an Gott glaubt, kann sich immer wieder mit anderen versichern, dass Gott bei uns ist. Im Gottesdienst ist Gott in vielerlei Weise erfahrbar, die sonst verborgen bleiben kann: In der Gemeinschaft, im Gesang, im Abendmahl, in den biblischen Geschichten. Vielleicht ist der Gottesdienst das tollste Angebot der Kirche.
Lieber Herr Muchlinsky,

ich bin sehr gläubig und Gott hat mir schwere Sünden vergeben. Als ich um Vergebung bat, sagte ich, ich würde mich bessern, verschiedene Dinge zukünftig tun oder lassen, woran ich z. T. aber gescheitert bin. U. A. wollte ich öfter in die Kirche gehen. Leider habe ich gemerkt, dass mir die Gottesdienste unserer Gemeinde gar nicht zusagen. Oftmals empfinde ich sie nicht als Bereicherung, sondern als verlorene Zeit, in der ich auch etwas anderes hätte tun können. Manchmal kommen Gastprediger und ich habe den Eindruck, dass sie einfach ihre Meinung zu verschiedenen Themen vertreten oder nur Dinge erzählen, die man sich auch selbst denken kann. Ich schäme mich dafür, dass das sicher arrogant klingt. Meine Abneigung gegen den Gottesdienst ist keine Abneigung gegen Gott oder sein Wort, auch die Kirche finde ich aus vielfachen Gründen wichtig. Nur ist es so, dass mich die Gottesdienste unserer Gemeinde nicht erreichen. Ich komme Gott dadurch nicht näher, sondern sitze nur Zeit ab, weil ich es als Verpflichtung empfinde, und oft nichts Neues erfahre. Für mich ist das Gebet viel wichtiger, um meine Beziehung zu Gott zu pflegen.
Daraus ergeben sich zwei Fragen; nein eigentlich drei:
Ist mir vergeben, auch wenn ich Versprechungen, die ich deshalb gemacht habe, nicht einhalte?
Muss ich in die Kirche?
Wenn die Protestanten meinen, dass ich es nicht muss, die Katholiken aber doch, wie kann ich sicher sein, dass wir recht haben? Christen sind wir doch alle.
Herzlichsten Dank!