Gottesdienst

Glaube ist viel mehr als nur Privatsache. Wer an Gott glaubt, kann sich immer wieder mit anderen versichern, dass Gott bei uns ist. Im Gottesdienst ist Gott in vielerlei Weise erfahrbar, die sonst verborgen bleiben kann: In der Gemeinschaft, im Gesang, im Abendmahl, in den biblischen Geschichten. Vielleicht ist der Gottesdienst das tollste Angebot der Kirche.
Hallo!

In letzter Zeit beschäftigt mich die Frage, warum Protestanten nicht ganz so zahlreich sonntags in den Gottesdienst gehen wie unsere katholischen Brüder und Schwestern.

Ich habe beim Recherchen in den "Kleinen Katechismus Dr. Martin Luthers" (EG 855.1) geschaut. Dort steht zum dritten Gebot "Du sollst den Feiertag heiligen" als Erklärung geschrieben:

"Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern es heilig halten, gerne hören und lernen."

Wenn ich diese Zeilen so lese, kommt mir spontan die Pflicht eines jeden Katholiken in den Sinn, jeden Sonntag in die Messe zu gehen. Damit verbunden auch die Kritik zahlreicher Protestanten an dieser Pflicht.

Wenn ich Luther jedoch richtig verstehe, sollten doch auch wir Protestanten jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen, damit wir die Predigt und die Lesung aus der Bibel hören. Wenn dies so ist, frage ich mich, wann und warum sich dies in unserer Kirche gewandelt hat und warum daraus eine Kritik an unseren katholischen Mitchristen geworden ist.

Ich persönlich habe es schon als Konfirmand als merkwürdig empfunden, dass wir nur alle 14 Tage Gottesdienst gefeiert haben. Meiner Auffassung nach ist der Gottesdienst mit das Wichtigste im Leben einer Gemeinde und einer evangelischen im Besonderen, denn im Gottesdienst hören wir Gottes Wort und die Predigt.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir diese Frage beantworten würden.

Mit freundlichen Grüßen,

Daniel Hoppe