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Glaube und Theologie
Hallo,
mein Glaube war mir immer wichtig. Also, ich war nie Kirchgängerin und auch nie jemand, die vom Bibellesen übermäßig profitiert hat, da in der Bibel aus meiner Sicht viel steht, was isoliert und wörtlich betrachtet irreführend interpretiert werden kann (ich bin für eine Betrachtung der Bibel im historischen Kontext und als Ganzes).
Ich glaube an einen unendlich wundervollen Gott, der uns alle liebt, annimmt und vereint. Aber ich habe das Gefühl, ich "verliere" das ein wenig. Nicht den Glauben, aber die Relevanz davon. Stattdessen fühle ich mich vermehrt sinnsuchend. Ich vergesse das Beten abendlich (das mir oft gut tat, aber ich habe immer weniger Lust dazu und es fühlt sich auch nicht mehr an wie früher) und ich vermisse die Ruhe und Zuversicht, die der Glaube mir früher gab. Ich weiß auch, dass ich dafür beten kann, aber bisher bringt mir das wenig, der Glaube geht mehr und mehr unter und damit auch der innere Halt.
Ich habe eine nicht so einfache Zeit hinter mir. Verlust von 2 Partnerschaften, eine psych. Diagnose, ganz viele Fragen, Unklarheit wo mein Leben hingehen soll. Irgendwie fehlt mir da gerade ganz viel Orientierung, und erst da mir jetzt gerade beim Schreiben hier die Tränen kommen, merke ich, wie haltlos und unsicher ich mich tatsächlich fühle.
Vielleicht haben Sie ja einen Tipp, wie ich hier wieder Festigkeit und eine Richtung finden kann. Und wie ich Gott wieder mehr spüren kann. Denn ich spüre ihn nicht, kann mich aber auch nicht aufraffen, ihn mehr zu suchen. Ich will ihn ja nicht suchen, ich will ihn einfach spüren, für eine Suche habe ich gerade "keinen Nerv" (nimmt Gott mir das übel, wenn ich das so sage?).
Danke und alles Liebe für Sie.
S.
Hallo Herr Muchlinsky,
Ich bin trans* und in enger Bindung zur evangelischen Kirche und meiner Gemeinde aufgewachsen.
Als ich mich als trans* geoutet habe, hatte ich große Sorge, nicht von Gott und der Kirche akzeptiert zu werden. Ich habe mit vielen Gläubigen und Kirchenmitgliedern lange Gespräche über das Thema geführt und war positiv überrascht von der Offenheit und Toleranz unserer Glaubensgemeinschaft.
Jedoch reichten mir diese Gespräche irgendwann nicht mehr aus, um mich von Gott akzeptiert und geliebt zu fühlen. Ich brauchte eine eindeutige Aussage, am liebsten von Gott selbst.
Ich fand schließlich das Buch "Jesus liebt trans*" von Klaus-Peter Lüdke und mit dem Buch eine fast endgültige Antwort auf meine Frage.
Heute bin ich trotz meiner negativen Erfahrungen und dem Leid, das viele Trans*Personen immer wieder erfahren, der festen Überzeugung, dass Gott ALLE seine Kinder liebt und auf JEDEM Weg begleitet. Egal ob trans*, schwul, bisexuell, lesbisch...
Ich komme nun endlich zu meinen eigentlichen Fragen an Sie:
Kennen Sie das Buch/den Autor?
Wenn ja, wie ist Ihre Meinung dazu?
Was würden Sie einer jungen Trans*Person sagen, die aufgrund von Diskriminierung und Hasserfahrungen an Gottes Liebe und Unterstützung zweifelt?
Ich danke Ihnen für die Möglichkeit Antworten auf wichtige Fragen zu finden und freue mich auf Ihre Antwort!