Die evangelische Landeskirche Hannovers und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) wollen von diesem Jahr an seelische Ersthelfer für die Arbeitswelt ausbilden. Das Ende 2025 gestartete ökumenische Projekt "Gesagt. Gehört. Geholfen" befindet sich in der Pilotphase, erste Schulungen starten 2026, wie Projektkoordinatorin Katja Wischnewski mitteilt.
Die Ersthelfer sollen bei psychischen Problemen im beruflichen wie privaten Kontext Ansprechpartner in ihren Unternehmen sein. Träger des Projekts sind das Team Arbeit und Wirtschaft der Evangelischen Agentur in Hannover und die KAB im Bistum Hildesheim.
"Psychische Belastungen in der Arbeitswelt und seelische Erkrankungen als Ursache für Krankschreibungen steigen dramatisch - Stress, Unsicherheit und Überforderung sind für viele Menschen Realität", so Wischnewski. Grundgedanke des interreligiösen Projekts sei es, in Unternehmen analog zu der bereits etablierten körperlichen Ersten Hilfe betriebsinterne Ansprechpartner mit spezieller Zusatzqualifikation für seelische Fragen anzubieten - "kollegial, niedrigschwellig und vertraulich".
Die seelischen Ersthelfer sollen den Angaben zufolge die mentalen Bedürfnisse ihrer Kolleginnen und Kollegen in den Blick nehmen und möglichst präventiv agieren. "Es ist natürlich am besten, wenn erste Gespräche stattfinden, bevor sich mentale Probleme verfestigen", sagte Wischnewski. Sie will zunächst mittelständische Unternehmen in einer Größe von 50 bis 2.000 Mitarbeitenden für das Projekt gewinnen.
Zuhören entlastet
Aufgabe der geschulten Helfer sei es, Räume für vertrauliche Gespräche auf Augenhöhe zu schaffen und Mitarbeitende durch Zuhören zu entlasten. Ferner geben sie Hilfe zur Selbsthilfe, vermitteln, sofern nötig, Informationen zu externen Beratungsangeboten und tauschen sich in Netzwerken miteinander aus.
Die mehrtägige Ausbildung der Ersthelfer umfasst verschiedene Module wie Ethik, Gesprächsführung sowie Eigen- und Fremdwahrnehmung. Die Kosten der Ausbildung werden für Teilnehmende von Unternehmen und Einrichtungen, die das Projekt unterstützen, sowie von den Trägern übernommen. Finanziell wird das Projekt vom katholischen Bistum Hildesheim unterstützt.





