Nach den Worten der evangelischen badischen Landesbischöfin Heike Springhart steht die Kirche in der Verantwortung, sich für Menschen einzusetzen, die von Gewalt bedroht sind und kleingeredet werden. Dazu gehörten insbesondere queere Menschen, sagte Springhart am Mittwoch in ihrem Bericht vor der in Bad Herrenalb tagenden Landessynode. Angriffe gegen queere Menschen seien nicht hinnehmbar.
Niemandem stehe es zu, andere von der Zugehörigkeit zu Christus auszuschließen. "Wir sind als Evangelische Landeskirche in Baden eine offene Kirche, in der alle willkommen sind - unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung und Herkunft", sagte die Landesbischöfin.
Mit Blick auf sinkende Mitgliedszahlen sagte Springhart, die Relevanz der Kirche liege nicht zwischen Macht und Ohnmacht, sondern in der Spannung von Wirksamkeit und Relevanz. Es gehe darum, dass Menschen ein Raum eröffnet werde, damit sie eine unerwartete, heilsame und befreiende Perspektive für ihr Leben bekämen. Kirche sei dann stark, wenn sie kräftig und kreativ, mutig und beherzt für ihren Auftrag eintrete. Gegen Vereinsamung könne Kirche Orte der Gemeinschaft bieten.
Mit Blick auf die zu Ende gehende sechsjährige Legislaturperiode der Landessynode erinnerte sie an die Corona-Zeit. Diese habe auch in der Kirche Spuren hinterlassen, die bis heute spürbar seien. Eine systematische Aufarbeitung kirchlichen Handelns stehe noch aus.
Zu den Perspektivwechseln der vergangenen Jahre gehöre auch, dass die Landeskirche lerne, beim Umgang mit sexualisierter Gewalt von den betroffenen Menschen her zu denken. "Sexualisierte Gewalt und Missbrauch sind schwerste Verbrechen", sagte Springhart. Hier könne es keine Gerechtigkeit geben, das Leid bleibe. Eine angemessene Anerkennung könne lindern und ein Stück Würde zurückgeben.




