Die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ist seit Jahren ein höchst umstrittenes Thema innerhalb der Anglikanischen Gemeinschaft. Erst im Februar hatte die Church of England, die Mutterkirche der Gemeinschaft, einen Antrag zur Einführung einer entsprechenden Liturgie auf ihrer Generalsynode abgelehnt. Allein durch den Beratungsprozess gab es in der weltweiten Kirchengemeinschaft große Spannungen, die mit zu ihrer Spaltung beigetragen haben.
Mats Nowak arbeitet seit 2021 in der Social Media Redaktion von evangelisch.de. Nach einem Studium der Musikwissenschaft studiert er Evangelische Theologie in Hamburg und arbeitet in der "Arbeitsstelle für Geschichte der Militärseelsorge". Derzeit studiert Mats Nowak am Centro Melantone in Rom.
Dem entgegen hat die Church in Wales nun eine andere Entscheidung getroffen. In den letzten fünf Jahren wurde in den verschiedenen Gemeinden eine Liturgie erprobt, in der gleichgeschlechtliche Paare gesegnet werden konnten. Auf der letzten Tagung in dieser Woche hat das Leitungsgremium der Kirche mit einer überwältigenden Mehrheit dafür gestimmt, diese Liturgie dauerhaft einzuführen.
Solche weitreichenden Entscheidungen müssen von dem hundertköpfigen Gremium mit einer Zweidrittelmehrheit angenommen werden. Die drei Kammern (Bischöfe, Klerus, Laien) haben mit nur wenigen Ausnahmen für den Gesetzesentwurf gestimmt. Zugestimmt haben alle fünf Bischöfe, 32 Kleriker (es gab sieben Enthaltungen) und 48 Laien (bei sechs Gegenstimmen und zwei Enthaltungen).
Da die Church in Wales nur ein kleiner Teil der Anglikanischen Gemeinschaft ist, bleibt abzuwarten, welche Strahlkraft diese Entscheidung hat. Jedoch kann sie zumindest für die anderen anglikanischen Kirchen im Vereinigten Königreich ein Vorbild sein.



