Experte: Mit Woelki wird sich der Ton ändern

Experte: Mit Woelki wird sich der Ton ändern
Der Kirchenexperte Klaus Müller erwartet vom designierten Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki mehr Dialog und Transparenz.

"Wenn er nach Köln zurückkehrt, wird er natürlich stramm konservativ bleiben, aber der Ton wird ein anderer werden", sagte der katholische Münsteraner Theologe am Donnerstag in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das werde ihn vom früheren Erzbischof Joachim Meisner unterscheiden, der ein Polemiker gewesen sei und sich auch oft im Ton vergriffen habe.

Der aus Köln stammende Woelki wird nach übereinstimmenden Medienberichten Meisners Nachfolger. Die offizielle Ernennung wird für Freitag erwartet. Woelki ist seit drei Jahren Erzbischof von Berlin, 2012 erhielt er die Kardinalswürde. In der Hauptstadt habe er "erstaunliche Wandlungen" durchgemacht, sagte Müller weiter. So habe er eine Dialogbereitschaft auch mit ganz kirchenfernen Gruppen wie Schwulen- und Lesbenverbänden gezeigt. "Woelki hat offenkundig eine hohe soziale Sensibilität und auch Kompetenz erworben."

Zu seiner Akzeptanz in der "eher katholikenfremden Stadt" Berlin habe auch beigetragen, dass er einen äußerst bescheidenen Lebensstil geprägt habe, unterstrich der Theologe. "Er zog ja nicht in das bischöfliche Palais in Berlin, sondern in eine Dachgeschosswohnung im Arbeiterviertel Wedding." Seine Amtseinsetzung als Berliner Erzbischof habe er mit seinen türkischen Nachbarn gefeiert. Der gebürtige Kölner werde auch auf unterschiedliche Gruppen der Gesellschaft zugehen können: "Das tut dem Kölner Erzbistum gut." Müller ist Direktor des Seminars für Philosophische Grundfragen der Theologie an der Universität Münster.

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