Textilarbeiter und Aktivisten in Kambodscha angeklagt

Textilarbeiter und Aktivisten in Kambodscha angeklagt
Nach einem Streik in Kambodschas Textilindustrie müssen sich 23 Arbeiter und Aktivisten vor einem Gericht in der Hauptstadt Phnom Penh verantworten.

Den Angeklagten wird das Schüren von Gewalt und die Zerstörung von Eigentum vorgeworfen, wie die Zeitung "Phnom Penh Post" am Freitag in ihrem Online-Dienst berichtete. Vor dem Gerichtsgebäude versammelte sich seit dem frühen Morgen eine Menschenmenge und forderte die Freilassung der Angeklagten. Den Arbeitsaktivisten drohen bis fünf Jahre Haft.


Im Zuge des landesweiten Streiks waren im Januar mehrere Menschen getötet worden, als die Polizei auf die Demonstranten geschossen hatte. Außerdem hatten Augenzeugen berichtet, dass Soldaten einer Eliteeinheit gewaltsam gegen protestierende Arbeiter und Arbeiterinnen vorgegangen und mehrere Streikende verhaftet hatten. Die Beschäftigten hatten eine Verdoppelung ihres monatlichen Mindestlohns auf 160 US-Dollar (umgerechnet etwa 116 Euro) gefordert. Das Arbeitsministerium setzte den Betrag schließlich auf 100 Dollar fest.

In Kambodscha arbeiten fast 650.000 Menschen in der Textilbranche, die vor allem internationale Modemarken beliefert. Die meisten der Beschäftigten sind junge Frauen. Die Bekleidungsindustrie gilt als wichtigster Exportzweig des südostasiatischen Landes. Kambodscha zählt zu den ärmsten Staaten Asiens. Ähnlich wie in Bangladesch protestieren Arbeiterinnen und Arbeiter immer wieder gegen niedrige Löhne und unzumutbare Bedingungen in den Fabriken.

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