Gott im Gehirn des Weihbischofs

Gott im Gehirn des Weihbischofs
Der Hamburger katholische Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (72) hat keine Angst vor der modernen Wissenschaft. Für eine Untersuchung seiner Hirnaktivität während des Betens ließ er sich in einem Magnetresonanztomografen (MRT) durchleuchten. Das Ergebnis war allerdings bescheiden.

"Ich finde, die Hirnforschung ist ein hochinteressantes Feld", sagte Jaschke am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Hamburg. Und die Wissenschaft insgesamt sei "ein wichtiger Aspekt im Leben". Vorgenommen wurde der Test von dem Münchner Hirnforscher Ernst Pöppel für einen Report der "Bild"-Zeitung zum Osterfest. Das Ergebnis des sogenannten Gottes-Experiments sei, dass im Gehirn keine messbaren Veränderungen während des Betens auftreten, berichtete das Blatt.

Zwischen den Hirnzuständen des Gebets und des Nichtstuns ist kein Unterschied zu sehen", wird der Mediziner Pöppel in "Bild" zitiert. Anlass für den Test sei die These von Neurotheologen gewesen, dass der Glaube im Gehirn stattfindet. Bischof Jaschke hatte keine Einwände gegen diese Lesart: Er glaube schon, dass Gott auch im Gehirn sitze, "aber eben nicht nur dort".

Er sei "nicht mit der Erwartung auf sichtbare Ergebnisse in die Untersuchung gegangen", sagte Jaschke dem epd. Dennoch nannte er den Tag mit den Wissenschaftlern "eine bereichernde Erfahrung". Eine volle Stunde reglos in einem Tomografen liegen zu müssen, sei zwar "eine Tortur" gewesen. Doch er habe es auch interessant gefunden, die modernen Maschinen und Methoden der Mediziner kennenzulernen. "Und der Kirche tut es gut, wenn sie ab und zu ihr Gesicht zeigt", sagte der Theologe.

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