GEW fordert Einführung von Ethik an der Grundschule

GEW fordert Einführung von Ethik an der Grundschule
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert von der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg die zügige Einführung von Ethik-Unterricht ab der ersten Klasse.

Es könne nicht sein, dass man aus Kostengründen auf eine Wertevermittlung in der Schule verzichte, sagte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz am Mittwoch im Südwestrundfunk. Das Schulgesetz verpflichte dazu, Schüler zur Anerkennung der Werte und Vorstellungen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu erziehen: "Toleranz, Akzeptanz, den Umgang mit Leben und Natur". Hier habe die Schule einen "sehr klaren Auftrag", betonte Moritz.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig will sich am Mittwoch mit der Frage befassen, ob konfessionslose Grundschulkinder ein Recht auf Ethikunterricht haben. Katholischen oder evangelischen Religionsunterricht gibt es in Baden-Württemberg ab der ersten Klasse, Ethik erst ab der siebten oder achten. Dagegen klagt eine Frau aus Freiburg. Sie fordert für ihre konfessionslosen Kinder Ethikunterricht, parallel zum Religionsunterricht. In den bisherigen Instanzen hat sie verloren.

Die Einführung des Ethik-Unterrichts ab Klasse eins scheitere ausschließlich am Geld, sagte die GEW-Landesvorsitzende Moritz. Die Schuldenbremse sei das "Totschlagargument" der grün-roten Landesregierung, mit dem jede Weiterentwicklung gestoppt werde. Kultusminister Andreas Stoch (SPD) rechne mit einem Bedarf von rund 960 zusätzlichen Lehrkräften. Tatsächlich brauche man aber nur rund 450 Lehrer für eine Einführung des Ethikunterrichts in der Grundschule, sagte Moritz.

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