Kenianische Kirchenführer verlangen zum Schutz Gewehre

Kenianische Kirchenführer verlangen zum Schutz Gewehre
Nach dem Anschlag auf eine Kirche in der kenianischen Stadt Mombasa am Sonntag fordern mehrere Kirchenführer die staatliche Ausgabe von Gewehren an Pfarrer.

Wie die kenianische Tageszeitung "The Standard" am Mittwoch berichtete, rief die Dachorganisationen der evangelikalen Kirchen von Kenia die Regierung auf, alle Kirchen zu bewachen und Pastoren zu unterstützen, die sich während der Gottesdienste bewaffnen wollten. Andernfalls blieben die Gläubigen den Andachten aus Angst um ihr Leben vielleicht fern.

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Die Geistlichen des Kenianischen Nationalkongresses der Evangelikalen Kirchen erneuerten damit ihre bereits im vergangenen Jahr geäußerte Forderung, auf Wunsch bewaffnet und im Gebrauch der Waffe ausgebildet zu werden. Am Sonntag hatten maskierte Täter eine evangelikale Kirche in einem Vorort von Mombasa gestürmt und sechs Menschen getötet, außerdem mehr als zwanzig schwer verletzt. Unter den Verwundeten ist ein elf Monate altes Mädchen mit einer Schussverletzung im Kopf. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Christliche Kirchen wurden in Kenia mehrfach das Ziel von Attentaten. Als Täter werden radikale Islamisten vermutet. Im vergangenen Herbst lieferten sich muslimische Demonstranten in der Küstenstadt Mombasa Straßenschlachten mit der Polizei und zündeten eine Kirche der Heilsarmee an. Den Unruhen war ein tödlicher Anschlag auf einen radikalen muslimischen Geistlichen und drei seiner Begleiter vorausgegangen.

Die Tat und frühere Anschläge auf radikale muslimische Führer wurden nie aufgeklärt. Kenianische Tageszeitungen und die Bevölkerung spekulieren über die Beteiligung einer Anti-Terror-Einheit der kenianischen Polizei. Im Sommer 2012 wurden bei mehreren Attentaten auf Kirchen in der Stadt Garissa nahe der somalischen Grenze 17 Menschen getötet und fast vierzig verletzt.