Im Osten leisten mehr Ältere Bundesfreiwilligendienst

Im Osten leisten mehr Ältere Bundesfreiwilligendienst
Der Bundesfreiwilligendienst wird in Ostdeutschland vor allem von älteren Menschen wahrgenommen.

Während der Anteil der unter 27-Jährigen im vergangenen Jahr im Westen bei 81 Prozent lag, betrug er im Osten lediglich 19 Prozent, berichtet die "Berliner Zeitung" (Montagsausgabe) unter Berufung auf eine Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Bundesweit gab es demnach 2013 rund 40.000 sogenannte Bufdis, wie die Freiwilligen auch genannt werden.

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Der 2011 eingerichtete Dienst wurde mit Aussetzen der Wehplicht als Ersatz für den Zivildienst geschaffen. Dieser war somit jüngeren Menschen vorbehalten. In Ostdeutschland bewerben sich hingegen nun besonders viele Hartz-IV-Empfänger. Bufdis bekommen für ihre Arbeit ein Taschengeld von bis zu 357 Euro monatlich, manche Träger stellen zusätzlich Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung.

Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Jan Korte, sagte der Zeitung: "Mit dem Bundesfreiwilligendienst hat die schwarz-gelbe Bundesregierung offensichtlich einen neuen Niedriglohnbereich geschaffen." Dabei verwies er darauf, dass die älteren Bufdis in Ostdeutschland überwiegend Frauen sind, die als "Wendeverliererinnen" durch den Bundesfreiwilligendienst etwas zuverdienen müssten. Korte forderte die Einführung eines öffentlich geförderten Beschäftigungssektors.