Bundestag streitet über "Pille danach"

Pille danach

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Bundestag streitet über "Pille danach"
Der Bundestag hat am Donnerstagabend kontrovers über die Aufhebung der Rezeptpflicht für die "Pille danach" debattiert.

Dem Parlament lagen dazu zwei Anträge von Linkspartei und Grünen vor. Diese fordern, den Wirkstoff Levonorgestrel für den freien Verkauf in der Apotheke freizugeben. Bislang brauchen Frauen für die "Pille danach" ein Rezept vom Frauen- oder Notarzt. Auch die SPD sprach sich für die Rezeptfreiheit aus. Die Union ist allerdings dagegen. Die Anträge der Oppositionsparteien wurden zur weiteren Beratung in die Ausschüsse verwiesen.


Die Linkspartei-Abgeordnete Birgit Wöllert sagte, der niedrigschwellige Zugang zu dem Medikament in der Apotheke sei wichtig, um es schnell zu bekommen. Die Grünen-Politikerin Kordula Schulz-Asche argumentierte, die meisten Verschreibungen für die "Pille danach" würden montags und dienstags registriert. Offenbar sei am Wochenende keine ausreichende Hilfe gewährleistet. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte, das Medikament sei desto wirksamer, je schneller es eingenommen werde.

Für eine Freigabe spreche auch, dass das Medikament als sicher nachgewiesen sei, sagte Lauterbach. Andere frei in der Apotheke erhältliche Medikamente wie Paracetamol und Ibuprofen könnten viel schlimmere Nebenwirkungen haben.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz (CDU), bekräftigte vor dem Bundestag die Haltung von Ressortchef Hermann Gröhe (CDU) gegen eine Freigabe. Wer die "Pille danach" brauche, habe Angst und würde qualifizierte Beratung und Information benötigen, sagte Widmann-Mauz. Dies sei am Nachtschalter der Apotheke oder im Internetversand nicht gewährleistet.

Die "Pille danach" mit dem Wirkstoff Levonorgestrel verhindert bis zu 72 Stunden nach ungeschütztem Sex, dass sich eine befruchtetes Eizelle in die Gebärmutter einnisten kann. In vielen europäischen Ländern ist der Wirkstoff in Apotheken frei erhältlich. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte sich kürzlich für die Aufhebung der Rezeptpflicht auch in Deutschland ausgesprochen.

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