Präsident der Zentralafrikanischen Republik ist zurückgetreten

Präsident der Zentralafrikanischen Republik ist zurückgetreten
Nach wochenlanger Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik hat Übergangspräsident Michel Djotodia am Freitag seinen Rücktritt erklärt. Genau wie Premierminister Nicolas Tiengaye.

Der Rücktritt von Machthaber Michel Djotodia hat in der Zentralafrikanischen Republik Hoffnungen auf Frieden genährt. In der Hauptstadt Bangui wurde die Nachricht am Freitag mit Jubel aufgenommen.
Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves le Drian rief das Land dazu auf, möglichst bald einen neuen Präsidenten einzusetzen. Djotodia war wegen anhaltender Kämpfe stark unter Druck geraten. Ein Fünftel der Bevölkerung des Landes, eine Million Menschen, ist auf der Flucht.

Djotodia ist der erste muslimische Präsident des Landes. Er hatte im März 2013 Staatschef François Bozizé gestürzt, der Christ ist. Seitdem wird das Land von einem blutigen Konflikt zerrissen.  Muslimische und christliche Milizen bekämpfen sich gegenseitig und terrorisieren die Bevölkerung. Etwa die Hälfte der Einwohner bekennt sich zum Christentum, 15 Prozent sind Muslime. Derzeit sind in dem Land 1.600 französische und etwa 4.000 afrikanische Friedenssoldaten stationiert.

In der Europäischen Union wird erwogen, 700 bis 1.000 Soldaten zur Unterstützung Frankreichs zu entsenden. Über entsprechende Vorschläge des Europäischen Auswärtigen Dienstes in Brüssel wollten die EU-Botschafter der 28 Staaten an diesem Freitag beraten. Ein Kampfeinsatz ist nicht vorgesehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im Dezember einen Einsatz von Bundeswehrsoldaten ausgeschlossen, aber technische Hilfe in Aussicht gestellt. Die Entscheidung der EU soll beim Außenministertreffen am 20. Januar fallen.

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