Zahl der Asylanträge im Jahr 2013 auf fast 110.000 gestiegen

Koalitionsvertrag Asyl

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Zahl der Asylanträge im Jahr 2013 auf fast 110.000 gestiegen
Die Zahl der Asylanträge ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen: 70 Prozent mehr Erstanträge meldet das Bundesinnenministerium. Die meisten Asylsuchenden kommen aus Russland, Syrien und Serbien.

Die Zahl der Asylanträge ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie das Bundesinnenministerium am Freitag in Berlin mitteilte, wurden 2013 insgesamt 109.580 Asylerstanträge gestellt. Das entspricht einem Anstieg von 70 Prozent gegenüber 2012. Rechnet man die Zahl der Folgeanträge, die beispielsweise bei einer Änderung der Rechtslage möglich sind, hinzu, beläuft sich die Zahl der Anträge im vergangenen Jahr auf insgesamt 127.023.
Die Zahl der Erstanträge war nach Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zuletzt im Jahr 1996 mit mehr als 116.000 höher. Seitdem war die Zahl nahezu kontinuierlich gesunken. Seit 2008 ist wieder ein Anstieg zu verzeichnen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) drängte vor diesem Hintergrund, die Bearbeitungsdauer von Asylverfahren zu verkürzen. "Wir brauchen schneller Klarheit darüber, wer tatsächlich schutzbedürftig ist und wer nicht", sagte der Minister. In den Koalitionsverhandlungen hatten Union und SPD eine gesetzliche Begrenzung der Bearbeitungsdauer auf drei Monate beschlossen. Derzeit dauert das Verfahren im Durchschnitt dreimal so lang.

Auch die Jahresstatistik 2013 offenbart einen Stau bei der Antragsbearbeitung. Wie daraus hervorgeht, waren zum Ende des Jahres fast 96.000 Anträge noch nicht entschieden, in der Mehrheit Erstanträge (knapp 87.000).

Quote bewilligter Asylgesuche bei 13,5 Prozent

Die Quote bewilligter Asylgesuche lag im vergangenen Jahr bei 13,5 Prozent. 10.915 Antragsteller wurden als Flüchtlinge nach der Genfer Konvention anerkannt. Die Quote der Abschiebeverbote lag 2013 bei 11,4 Prozent. Für 9.213 Flüchtlinge wurde ein Abschiebeverbot verhängt, darunter vor allem Syrer (5.795). Mehr als 31.000 Anträge von Flüchtlingen wurden 2013 abgelehnt.

An der Spitze der Hauptherkunftsländer der Erstantragssteller stehen für 2013 Russland, Syrien und Serbien. Dahinter folgen Afghanistan, Mazedonien und Iran. Allein im Dezember 2013 stellten 971 Syrer einen Antrag auf Asyl in Deutschland. Die Zahl der seit dem Bürgerkrieg im Frühjahr 2011 nach Deutschland geflohenen Syrer liegt damit inzwischen bei rund 24.000.

Nach Angaben des Ministeriums hatte die Zahl der Asylbewerber aus den ehemaligen Jugoslawien erneut vor allem vor dem Winter zugenommen. Antragsteller aus Mazedonien, Serbien und Bosnien-Herzegowina haben allerdings kaum Chancen auf Asyl in Deutschland. Die Quote der Anerkennung für diese Flüchtlinge lag zwischen null und 0,1 Prozent. Auch subsidiären Schutz mit Abschiebeverbot erlangten sie kaum. Auch Menschen aus Russland, dem Hauptherkunftsland der Flüchtlinge im vergangenen Jahr, wurde selten Flüchtlingsschutz in der Bundesrepublik zugesprochen.

Pro Asyl warnte vor Überbewertung des Anstiegs

Die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl warnte indes vor einer Überbewertung des Anstiegs von Asylanträgen. Die Zahl von knapp 110.000 Anträgen bilde die Tatsache ab, "dass sich in vielen Herkunftsstaaten von Asylsuchenden politische Verfolgung, Krieg- und Bürgerkriegssituationen verstetigt haben", erklärte Pro Asyl in Frankfurt. Die Organisation forderte eine Aufstockung des Personals für Entscheidungen in Asylverfahren, um diese "zügig aber vor allem fair" mit Würdigung des Einzelfalls zum Abschluss zu bringen.

Die Zahl der Asylanträge ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie das Bundesinnenministerium am Freitag in Berlin mitteilte, wurden 2013 insgesamt 109.580 Asylerstanträge gestellt, 70 Prozent mehr als 2012.

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