Zwickaus Oberbürgermeisterin befürwortet doch Denkmal für NSU-Opfer

Die Zwickauer Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) befürwortet ein Denkmal für die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) in der sächsischen Kommune. Berichte, wonach sie ein solches Denkmal ablehnt, wies die Politikerin am Montag zurück. Sie wende sich allerdings gegen Vorschläge, an den Orten Gedenktafeln oder Denkmale zu errichten, wo das rechtsextremistische Terrortrio gewohnt hat, erklärte die Stadtverwaltung dazu.

Dadurch könnten Anlaufpunkte für Rechtsextreme geschaffen werden, hieß es. Aus diesem Grund sei auch entschieden worden, das Haus abzureißen, in dem die drei Terroristen zuletzt gewohnt hatten.

Findeiß hatte am Montag gegenüber dem Radiosender MDR Info gesagt, "was wir nicht wollen, ist eine Gedenktafel, dass Vertreter des NSU in Zwickau gewohnt haben". Man könne nichts dafür, dass sich das rechte Terrortrio ausgerechnet in Zwickau niedergelassen habe.

Vorstellbar sei, in allgemeiner Form an Opfer zu erinnern

Vorstellbar sei aber, in allgemeiner Form an die Opfer rechter Gewalt zu erinnern. So gebe es den Vorschlag, an dem städtischen Denkmal für die Opfer des Faschismus auch auf die Taten von Rechtsextremisten in Deutschland nach 1945 hinzuweisen. Darüber werde kontrovers diskutiert.

Politikerin wies Vorwurf zurück, Vergangenheit totzuschweigen

Die SPD-Politikerin wies den Vorwurf zurück, die NSU-Vergangenheit totschweigen zu wollen. Sie habe bereits im Mai 2012 öffentlich vorgeschlagen, in Zwickau eine zentrale Gedenkstätte zu errichten, an der an alle Opfer rechtsextremistischer Gewalt in Deutschland erinnert wird.

Daran angeschlossen sollte idealerweise ein Dokumentations- und Informationszentrum sein. Mit diesem Anliegen habe sie sich schriftlich an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt, letztlich aber keine Unterstützung erhalten.

In Zwickau hatten die drei Rechtsterroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe zuletzt unter falschem Namen gelebt, bis das Trio im November 2011 aufflog.