Studie: Aufschwung am Arbeitsmarkt geht an Behinderten vorbei

Foto: dpa/Waltraud Grubitzsch
Studie: Aufschwung am Arbeitsmarkt geht an Behinderten vorbei
Behinderte profitieren kaum vom Aufschwung am Arbeitsmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der "Aktion Mensch", die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach ist die Arbeitslosenquote unter behinderten Menschen mit 14 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei Nicht-Behinderten.

Laut dem "Inklusionsbarometer Arbeit" ist die Zahl der schwerbehinderten Beschäftigungslosen in den vergangenen Jahren angestiegen. Aktuell haben mehr als 176.000 Schwerbehinderte keinen Job. In den letzten fünf Jahren waren es im Durchschnitt 173.000.

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Der Studie zufolge sind vor allem viele mittelständische Unternehmen nicht darauf vorbereitet, Behinderte einzustellen. 29 Prozent der Firmen sind den Angaben nach nicht barrierefrei eingerichtet. Jedes fünfte Unternehmen weiß nicht, dass es staatliche Fördermittel beantragen kann, wenn es sich für einen Mitarbeiter mit Behinderung entscheidet. Bei den Firmen, die diese Angebote kennen, nehmen 27 Prozent sie nicht in Anspruch.

Das Inklusionsbarometer wurde vom Handelsblatt Research Institute für die Soziallotterie entwickelt. Für die Studie wurden 402 mittelständische Unternehmen befragt. Außerdem fließen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit in die Erhebung ein. Die Studie soll künftig jährlich erscheinen.