Brot und Bildung für die Welt

Brot für die Welt

Foto: dpa/Frank May

Brot und Bildung für die Welt
Das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt fordert "Vorrang für das Menschenrecht auf Nahrung". An diesem Sonntag hat das Hilfswerk mit einem ARD-Fernsehgottesdienst in der Bremer St.-Stephani-Kirche seine 55. Spendenkampagne eröffnet. Gleichzeitig ruft Adveniat, das Hilfswerk der katholischen Kirche, zu Spenden für mehr Bildung in Lateinamerika auf.

Traditionell ist die Weihnachtskollekte in evangelischen Gemeinden für Brot für die Welt bestimmt. Die Kampagne steht dieses Jahr unter dem Motto "Land zum Leben - Grund zur Hoffnung". Dabei geht es zentral um die Frage, was gegen den Hunger getan werden kann.

Mit Gottesdiensten in Bremen und Osnabrück haben am Sonntag die bundesweiten kirchlichen Spendenaktionen "Brot für die Welt" und "Adveniat" begonnen. Es gebe noch immer eine "Welt des Hungers", kritisierte im Eröffnungsgottesdienst der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms.

Zwar habe die Zahl der Hungernden nach einem UN-Bericht seit den frühen 1990er Jahren um 17 Prozent abgenommen. "Und dennoch leiden immer noch 842 Millionen Menschen Hunger", sagte Brahms in dem Fernsehgottesdienst, den die ARD aus der Bremer St.-Stephani-Kirche übertrug. "8,8 Millionen sterben jährlich den Hungertod."

Jeder achte Mensch leidet an Hunger

Eigentlich reichten alle weltweit erzeugten Lebensmittel aus, um die gesamte Weltbevölkerung satt zu machen, sagte Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel bei der Vorstellung der Kampagne am Freitag. Trotzdem leide jeder achte Mensch an Hunger, weil fruchtbares Land knapp werde.

Die landwirtschaftliche Nutzfläche, die pro Mensch zur Verfügung stehe, nehme von Jahr zu Jahr rapide ab. Sie könnte 2020 nur noch halb so groß sein wie 1960, wenn nichts geschehe. Das liege unter anderem am Verkauf großer Flächen an Investoren, die Tierfutter und Agrartreibstoffe produzierten. Daneben seien Erosion, Versalzung und Wassermangel, der Bergbau sowie Bevölkerungswachstum und die Ausdehnung der Städte für das Schrumpfen fruchtbarer Böden mit verantwortlich.

"Damit die globale Landwirtschaft alle satt macht, muss fruchtbares Land wieder vorrangig der menschlichen Ernährung dienen und in den Händen jener sein, die heute Hunger leiden", sagte Füllkrug-Weitzel.

Schwerpunktland der Spendenkampagne ist diesmal Angola im Südwesten Afrikas. Im Süden des Landes unterstützt Brot für die Welt Kleinbauern dabei, das wenige Ackerland besser zu nutzen. Die Menschen in den Dörfern hätten heute ausreichend und ausgewogen zu essen und sogar eine kleine Saatgutbank. Brot für die Welt fördert laut Füllkrug-Weitzel mit 325.000 Euro ein Projekt, das nach Angaben seines Direktors Ernesto Cassinda die Ernährung von 8.000 Menschen sichert.

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Hilfswerkes bundesweit 55,2 Millionen Euro für Brot für die Welt gespendet. Aktuell würden damit 2.500 Projekte in den Ländern des Südens unterstützt. Seit 1959 bittet die Aktion in jedem Jahr zu Beginn der Adventszeit um Spenden für Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika.

"Hunger nach Bildung"

Gleichzeitig mit Brot für die Welt hat Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche, seine diesjährige Weihnachtsaktion mit einem Gottesdienst in Osnabrück eröffnet. Sie steht unter dem Motto "Hunger nach Bildung".

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode sagte bei der Vorstellung der Aktion am Donnerstag: "Nur wer etwas weiß und durch Bildung Selbstbewusstsein erhalten hat, kann sich frei machen von Unterdrückung und Ausbeutung, die wir weltweit, aber auch bei uns immer noch finden."

Prälat Bernd Klaschka, Geschäftsführer von Adveniat, sagte, dass Bildungschancen in den Ländern Lateinamerikas und der Karibik stark von der sozialen Herkunft und den finanziellen Möglichkeiten abhängig seien.

 

 

Ziel von Brot für die Welt ist Hilfe zur Selbsthilfe. Dazu gehört die Sorge um Ernährung und Wasserversorgung, Gesundheit und Bildung, Frieden und Menschenrechte. Aber auch der Kampf gegen Landnahme, Umweltzerstörung, Kinderarbeit, Verfolgung und wirtschaftliches Unrecht ist ein wichtiges Anliegen. Unterstützt werden aktuell mehr als 2.500 Projekte in Ländern des Südens. Der erste Hilfsappell 1959 trug die Überschrift: "Menschen hungern nach Brot!" Er fand im Nachkriegsdeutschland, wo viele Menschen selbst Not und Hilfe erfahren hatten, eine unerwartet große Resonanz. Das Hilfswerk wird getragen von evangelischen Landes- und Freikirchen und ist im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung in Berlin angesiedelt.

aus dem chrismonshop

Das chrismon-Familienjahrbuch
Warum beginnt das Kirchenjahr im Dezember? Wie nennen die Astronomen den Morgenstern? Und wie geht noch mal das berühmte Lied dazu? Das neue Jahrbuch für Familien mit kleinen...