Deutsche Umwelthilfe fordert Abgabe auf Plastiktüten

Plastiktüte

Foto: dpa/Patrick Pleul

Deutsche Umwelthilfe fordert Abgabe auf Plastiktüten
Zu Eindämmung der Plastiktüten-Flut in Deutschland fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Abgabe von 22 Cent pro Tüte, die in Umweltprojekte fließen soll.

In Irland habe eine entsprechende Abgabe zusätzlich zum Verkaufspreis den Pro-Kopf-Verbrauch von Einwegtüten innerhalb eines Jahres von 328 auf 16 Stück reduziert, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch am Dienstag in Berlin. Pro Tüte sollten zusätzlich zum Verkaufspreis 22 Cent in umweltpolitische Projekte fließen, forderte er.

Deutschland liegt der Umwelthilfe zufolge mit einem Verbrauch von 5,3 Milliarden Plastiktüten jährlich an vierter Stelle in der Europäischen Union nach Italien, Großbritannien und Spanien. Das entspreche 10.000 Stück pro Minute, die derzeit in der Bundesrepublik über den Einkaufstresen gingen.

Resch forderte Politik und Handel auf, Anreize für einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung zu schaffen: "Die Einwegtüte braucht eine Ächtung." Die beste ökologische Alternative sind nach DUH-Angaben Mehrweg-Taschen aus recycelten Kunststoff, die gegebenfalls mehr als 100 Mal verwendet werden können. Nicht ganz so ökologisch unbedenklich, aber besser als Einweg, sind zudem Mehrwegtragetaschen aus Naturfaser (Baumwolle) oder aus Kunststoff-Neumaterial.

Laut Fischer verschlingt die Produktion von Plastiktüten allein in Deutschland mehr als 100.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr. Nur wenige Tüten würden recycelt, viele dagegen über den Hausmüll entsorgt und verbrannt oder achtlos in der freien Natur entsorgt. Dass eine Tüte wieder zur Tüte wird, sei eher selten, sagte Resch.

Aneinandergelegt würden allein die 5,3 Milliarden jährlich in Deutschland verbrauchten Tüten 39 Mal die Erde umrunden. Für ihre Herstellung werden pro Jahr 106.000 Tonnen Kunststoff benötigt. Das entspricht einem Gewicht von 75.000 VW Golf.

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