Taifun "Haiyan" richtet schwere Schäden auf den Philippinen an

Taifun "Haiyan" richtet schwere Schäden auf den Philippinen an
Der gefährlichste Tropensturm seit Jahrzehnten hat auf den Philippinen mindestens vier Menschen das Leben gekostet. Weitere Todesopfer wurden befürchtet. Nach Behördenangaben könnten bis zu zwölf Millionen Bewohner von Taifun "Haiyan" betroffen sein.

Einer der gefährlichsten Tropenstürme seit Jahrzehnten ist am Freitag über die Philippinen hinweggefegt. Der Taifun "Haiyan" traf am Morgen mit Geschwindigkeiten von teils mehr als 300 Kilometern pro Stunde auf die Ostküste des Inselreiches, wie philippinische Medien berichteten. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben. Nach Angaben von Meteorologen handelte es sich um den stärksten Wirbelsturm, der je auf Land traf. Mit seinen Ausläufern soll er einen Durchmesser bis 600 Kilometer erreicht haben. Die Diakonie Katastrophenhilfe rief zu Spenden auf.

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Die Behörden warnten davor, dass insgesamt bis zu zwölf Millionen Bewohner betroffen sein könnten. Hunderttausende Menschen mussten bereits ihre Häuser in Küstennähe verlassen. In 22 Provinzen drohten Erdrutsche und Überschwemmungen. Die Behörden gingen davon aus, dass die Opferzahlen weiter steigen werden. Das ganze Ausmaß der Schäden werde wohl erst in den kommenden Tagen sichtbar werden, hieß es. Präsident Benigno Aquino ordnete an, die Behörden sollten ein besonderes Augenmerk auf die von der Außenwelt abgeschnittenen Gebiete legen.

In mehreren Provinzen der Zentralphilippinen brachen die Stromversorgung und die Kommunikationsnetze zusammen. Teile der Region wurden erst im vergangenen Monat von einem Erdbeben der Stärke 7,2 getroffen, bei dem mehr als 220 Bewohner ums Leben kamen. Das philippinische Rote Kreuz, das nach eigenen Angaben die Evakuierungen in den betroffenen Gebieten etwa 650 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden unterstützte, erklärte, dass weitere Helfer in die Katastrophenregionen entsandt würden, sobald es die Sicherheitslage zulasse. Zuvor hätten Rotkreuz-Helfer die Bewohner über ein Frühwarnsystem alarmiert und Sicherheitshinweise ausgegeben.

Diakonie Katastrophenhilfe beginnt Hilfsmaßnahmen

Wegen des Wirbelsturms wurden Schulen geschlossen und Hunderte Flüge gestrichen. Auch der Fährverkehr wurde vorläufig eingestellt. Nach Angaben des nationalen Wetterdienstes traf "Haiyan", der auf den Philippinen "Yolanda" heißt, mehrere Orte gleichzeitig, als er die Küste erreichte. Das Inselreich wird regelmäßig von Stürmen, Überschwemmungen und Erdbeben heimgesucht.

Die Diakonie Katastrophenhilfe rief zu Spenden auf. Partner der Diakonie Katastrophenhilfe seien in dem asiatischen Land mit freiwilligen Helfern unterwegs, um das Ausmaß der Schäden zu begutachten. Für erste Hilfsmaßnahmen seien 50.000 Euro bereitgestellt worden.

"Haiyan" war der 24. Taifun auf den Philippinen seit Jahresbeginn. Er galt als noch stärker als der Tropensturm "Bopha", der Ende vergangenen Jahres unter anderem über die südphilippinische Insel Mindanao hinweggefegt war. Damals kamen mindestens 2.000 Menschen ums Leben oder gelten immer noch als vermisst.