Nabu fordert internationalen Rettungsplan für Fukushima

Nabu fordert internationalen Rettungsplan für Fukushima
Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) dringt auf einen internationalen Rettungsplan für den Katastrophen-Reaktor im japanischen Fukushima.

"Bis heute ist Japan nicht in der Lage, Schritt für Schritt die Schäden rund um die havarierte Atomanlage in Fukushima einzudämmen," kritisierte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller am Montag in Berlin. Es seien zwar viele Firmen vor Ort, aber es gebe bislang keinen Masterplan. Die Lage in Fukushima ist nach wie vor kritisch: Wie am Montag bekanntwurde, ist nach heftigen Regenfällen erneut verstrahltes Wasser am havarierten Atomkraftwerk ausgetreten.

Damit die weltweit besten Wissenschaftler und Ingenieure in Sachen Nuklearsicherheit in Fukushima helfen können, "muss jetzt schonungslos und ehrlich die Lage vor Ort bewertet werden", forderte Miller weiter. Die japanische Betreiberfirma Tepco, die nationalen Behörden sowie internationale Experten der Vereinten Nationen, der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) müssten jetzt endlich ihre Verantwortung wahrnehmen und effektiv zusammenarbeiten, um schnellstmöglich die Kontrolle über das zerstörte Atomkraftwerk wieder herzustellen, hieß es weiter.

Kontamination von Fischbeständen auf der ganzen Welt

Nach Angaben des Nabu bestehen die bisherigen Schutzmaßnahmen in Fukushima hauptsächlich darin, verseuchtes Wasser in den Pazifik zu pumpen. Die ausgetretenen radioaktiven Nuklide lagerten sich jedoch im Sediment am Meeresboden ab und würden von Muscheln und Röhrenwürmer aufgenommen und teilweise wieder ausgeschieden, hieß es weiter. Mit den Strömungen des Pazifiks würde sich die Kontamination über belastete Fische und Algen weiter in die Welt ausbreiten.

Dazu drohe eine weitere Katastrophe: Die Aufräumarbeiten im maroden Reaktor 4 steckten fest, hier müssten über tausende hochradioaktive Brennelemente gesichert werden. Könnten die Brennelemente nicht mehr gekühlt werden, müssten riesige Gebiete evakuiert werden.

Im Atomkraftwerk Fukushima war infolge eines Erdbebens und eines Tsunamis im März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze kam. Die Folgen des Atom-GAU halten Japan bis heute in Atem.

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