Museum präsentiert "Christentum im Mittelalter"

Foto: epd/Stephan Wallocha
Museum präsentiert "Christentum im Mittelalter"
Die Mittelaltersammlung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ist ab Sonntag wieder zu sehen. Im neuen Kontext "Christentum im Mittelalter" werden sakrale Bildwerke, liturgisches Altargerät und Devotionalien präsentiert.

"Unser Haus zeigt angewandte Künste, die Objekte stehen also im Bezug zum alltäglichen Leben", sagte Direktorin Sabine Schulze bei der Präsentation vor der Presse. Die Sammlung solle den Besuchern vermitteln, wie Glaube im Mittelalter gelebt wurde. Insgesamt werden 100 Objekte in drei Räumen gezeigt, thematisch sortiert nach den Grundpfeilern des Christentums: Geburt Christi, Kreuzigung und Auferstehung. Auf der Galerie finden sich prunkvolle Artefakte aus der alltäglichen Glaubenpraxis.

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Zentrale Figur - oder "Star im ersten Raum", wie Kuratorin Christine Kitzlinger sagte - ist das Christuskind aus dem Zisterzienserinnenkloster Heggbach in Oberschwaben. Um 1500 wurde diese Skulptur mit Weltkugel und Segensgestus als Zeichen der Menschwerdung Gottes geschaffen. Umgeben ist sie von großen Kultbildern aus dem Kirchenraum und kleinformatigen Bildwerken der privaten Andacht, wie einem Almosen-Täschchen zur Aufbewahrung von Münzen.

Die Kreuzung Jesu als Hauptthema des zweiten Raumes wurde auch vom Architekten geschickt aufgegriffen: Dunkle Wandfarbe verdeutlicht das Thema Tod. Die Wand ist kreuzweise gespalten und so ausgeleuchtet, dass das gotische Kruzifix an einem wandhohen Kreuz zu hängen scheint. Zentrales Objekt ist eine kleine aufklappbare Gebetsnuss mit filigranen Mikroschnitzereien. Betnüsse wurden im Mittelalter für die private Andacht genutzt und waren schon damals ein beliebtes Sammlerobjekt.

Osterteppich aus dem Kloster Lüne

Den Höhepunkt im dritten Raum bildet der Osterteppich aus dem Kloster Lüne bei Lüneburg, auf dem Christus siegreich dem Grab entsteigt. Bisher wurde der Teppich im Museum nur alle zwei Jahre zu Ostern präsentiert. Zur Eröffnung der neu gestalteten Schau in der vorösterlichen Woche stehen verschiedene Führungen und Vorträge auf dem Programm.

Die MittelalterWerke waren wegen der Sanierung des Museums seit drei Jahren oder teils noch länger nicht mehr zu sehen. Mit der neu gestalteten Sammlung legt das Museum den Fokus auf eine weitere Weltreligion: Im Dezember war die Buddhismus-Sammlung eröffnet worden, der Islam folgt im kommenden Jahr.