Rheinische Kirche entscheidet über Schneider-Nachfolge

Rheinische Kirche entscheidet über Schneider-Nachfolge
Die Evangelische Kirche im Rheinland wählt kommende Woche einen Nachfolger von Präses Nikolaus Schneider. Der 65-jährige wird im März nach zehn Jahren Amtszeit in den Ruhestand verabschiedet.

Schneider bleibt bis 2015 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Landessynode entscheidet am 10. Januar 2013 in Bad Neuenahr, wer künftig an der Spitze der zweitgrößten evangelischen Landeskirche mit 2,8 Millionen Mitgliedern steht.

Erstmals könnte eine Frau in das höchste Amt gewählt werden: Nominiert sind Schneiders langjährige Stellvertreterin Petra Bosse-Huber, Personaldezernent Manfred Rekowski und Kirchentags-Generalsekretärin Ellen Ueberschär. Im Eröffnungsgottesdienst der Synode vom 6. bis 12. Januar im rheinland-pfälzischen Kurort Bad Neuenahr predigt Präses Schneider, der am Montag letztmalig seinen Rechenschaftsbericht vor dem Kirchenparlament ablegt.

Eine externe Bewerberin

Bosse-Huber (53) ist seit 2003 Vizepräses der rheinischen Kirche, sie leitet die Bereiche Theologie, Diakonie und Seelsorge. Die Theologin und Germanistin vertritt die Landeskirche zudem in zahlreichen Gremien auf EKD-Ebene und ist Präsidiumsmitglied des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

Rekowski (54) ist als Leiter der Personalabteilung im Düsseldorfer Landeskirchenamt für die knapp 2.000 Theologen der rheinischen Kirche zuständig. Er war zuvor 18 Jahre lang Superintendent in Wuppertal.

Die in Ost-Berlin geborene promovierte Theologin Ueberschär ist mit 45 Jahren die jüngste Bewerberin und zudem die einzige externe Kandidatin. Vor ihrer Berufung zur Generalsekretärin des Kirchentages 2006 war sie Studienleiterin an der Evangelischen Akademie Loccum.

Organspende, Religionsfreiheit, Umgang mit Flüchtlingen

Mit Spannung wird der Bericht zu Millionenverlusten beim kircheneigenen Unternehmen Beihilfe- und Bezüge-Zentrum (bbz GmbH) in Bad Dürkheim erwartet. Eine unabhängige Kommission unter Leitung des früheren Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reinhard Höppner (SPD), soll Vorschläge zur möglichen Verbesserung der Leitungs-, Führungs- und Aufsichtsstrukturen machen. Die Sanierung des bbz kostete die rheinische Kirche 21,4 Millionen Euro.

Die 214 Synodalen aus den 38 Kirchenkreisen zwischen Niederrhein und Saar verabschieden außerdem den Haushalt 2013 und diskutieren über zahlreiche Vorlagen, unter anderem zu Organspende, Religionsfreiheit und den Umgang mit Flüchtlingen. Beim Schwerpunktthema Inklusion soll es darum gehen, wie das kirchliche Leben in allen Bereichen behindertengerecht gestaltet werden kann.

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