Malawi setzt Verbot von Homosexualität außer Kraft

Malawi setzt Verbot von Homosexualität außer Kraft
Die Regierung von Malawi hat die umstrittenen Gesetze gegen Homosexualität außer Kraft gesetzt. Justizminister Ralph Kasambara sagte in einem Radio-Interview am Dienstag, bis zu einem Parlamentsbeschluss über eine Gesetzesreform würden homosexuelle Handlungen nicht mehr strafrechtlich verfolgt.

Amnesty International und Menschenrechtler in Malawi lobten die Entscheidung und forderten eine vollständige Legalisierung der Homosexualität.

Die neue Präsidentin Malawis, Joyce Banda, hatte kurz nach ihrem Amtsantritt im April eine Gesetzesänderung angekündigt. In dem südostafrikanischen Land werden gleichgeschlechtliche Sexualbeziehungen derzeit mit bis zu 14 Jahren Haft bedroht. Die Bestrafung Homosexueller in Malawi löste immer wieder internationale Kritik aus. Mehrere europäische Länder, darunter Deutschland, kürzten die Entwicklungshilfe.

Vor zwei Jahren hatte die Verurteilung eines schwulen Paares in Malawi zu einem Proteststurm geführt. Die beiden Männer waren daraufhin begnadigt worden. Das Aussetzen der Gesetze stieß in Malawi auf Kritik. Der einflussreiche Älteste Chewa-Volkes, Kaomba, erklärte: "Homosexualität ist gegen unsere Kultur." Aus Sicht eines Richters, der in der Tageszeitung "Nyasa Times" zitiert wurde, verstößt der Verzicht auf Strafverfolgung gegen die Verfassung.

In vielen afrikanischen Ländern ist gleichgeschlechtliche Sexualität verboten. Das einzige Land, das in den vergangen 20 Jahren Homosexualität legalisiert hat, ist Südafrika.
 

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