Die Evangelische Kirche von Westfalen hat sich hinter eine christliche Einrichtung für Kinder mit Behinderung im nördlichen Westjordanland gestellt, die nach Angaben der Kirche von radikalen jüdischen Siedlern überfallen wurde. Den Übergriff auf den Sternberg nannte Ruck-Schröder einen "Verrat an der eigenen Tradition".
Ungeachtet aller politischen Konflikte sei ein solcher Bruch mit den humanitären Grundlagen der Religionen nicht hinnehmbar, schreibt die Präses in einem am Donnerstag in Bielefeld veröffentlichten Schreiben an die Leiterin des Sternbergs, Ranya Karam.
"Dass die gewalttätigen Siedler das Eigentum christlicher Einrichtungen missachten, ist in keiner Weise zu rechtfertigen", so Ruck-Schröder weiter. Die Präses sagte der Einrichtung die Unterstützung der Landeskirche zu. Die Notfallhilfe der Ökumene-Abteilung der Kirche habe bereits einen finanziellen Beitrag für jetzt nötige Sicherheitsmaßnahmen auf dem Gelände bewilligt.
Schutz der Schwachen gehört zu Grundwerten
Ruck-Schröder äußert in dem Schreiben ihr Entsetzen, "dass Hass und Gewalt selbst vor sozialen Einrichtungen nicht Halt machen und die schwächsten Glieder einer Gesellschaft in Angst und Schrecken versetzen". Der Schutz der Armen, Schwachen und an den Rand Gedrängten gehöre zu den Grundwerten, die jüdische und christliche Ethik immer hervorgehoben hätten.
Getragen wird die Einrichtung von der weltweiten Brüder-Unität, insbesondere durch die Herrnhuter Missionshilfe in Deutschland. Die westfälische Kirche unterstützt die Arbeit unter anderem durch die Kooperation mit dem Sternbergverein. Auf dem Sternberg werden nach Angaben der westfälischen Kirche etwa 100 Kinder und Jugendliche mit geistigen Behinderungen förderpädagogisch betreut.
Dieses eingebettete Video wird von YouTube bereitgestellt.
Beim Abspielen wird eine Verbindung zu den Servern von YouTube hergestellt.
Dabei wird YouTube mitgeteilt, welche Seiten Sie besuchen. Wenn Sie in Ihrem YouTube-Account eingeloggt sind, kann YouTube Ihr Surfverhalten Ihnen persönlich zuordnen. Dies verhindern Sie, indem Sie sich vorher aus Ihrem YouTube-Account ausloggen.
Wird ein YouTube-Video gestartet, setzt der Anbieter Cookies ein, die Hinweise über das Nutzer:innenverhalten sammeln.
Weitere Informationen zum Datenschutz bei YouTube finden Sie in der Datenschutzerklärung des Anbieters unter: https://policies.google.com/privacy
Am 9. Oktober soll sich eine Gruppe israelischer Siedler gewaltsam Zugang zum Gelände des Förderzentrums zwischen Ramallah und Birzeit verschafft und bei ihrem Streifzug ein Gewächshaus beschädigt haben. Umgeben von palästinensischen Dörfern, ist das Zentrum schon von weitem zu erkennen durch seinen Wald, einer Rarität in steiniger Umgebung, heißt es auf der Internetseite der Herrnhuter Missionshilfe. Zudem mache ein Schild darauf aufmerksam, dass die Brüder-Unität sich hier um Kinder und Jugendliche mit Behinderungen kümmert.




