Welthungerhilfe steigert Projektausgaben

Der Wartebereich der Klinik "Hope and Heaven for Refugees" im Tschad
epd-bild/Bettina Rühl
Der Krieg im Sudan ist zur größten Vertreibungs- und Hungerkrise der Welt geworden. Für die Welthungerhilfe hat diese Region Priorität.
Trotz sinkender Zuschüsse
Welthungerhilfe steigert Projektausgaben
Im vergangenen Jahr hat die Welthungerhilfe am meisten Geld für Projekte im Südsudan bereitgestellt. Während Deutschland kürzte, stellten die Vereinten Nationen mehr zur Verfügung.

Die Deutsche Welthungerhilfe hat im vergangenen Jahr trotz sinkender Zuschüsse aus Deutschland etwas mehr Geld für Projekte ausgeben können als im Vorjahr. Insgesamt seien 348,3 Millionen Euro für die Bekämpfung von Hunger und Armut eingesetzt worden, rund 0,8 Millionen Euro mehr als 2024, heißt es in dem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Jahresbericht der Hilfsorganisation.

Öffentliche Zuwendungen aus Deutschland betrugen im vergangenen Jahr 141,8 Millionen, davon 68,2 Millionen Euro vom Auswärtigen Amt und 60,6 Millionen Euro vom Bundesentwicklungsministerium. 2024 waren es noch insgesamt 147,1 Millionen Euro gewesen. 12 Millionen Euro mehr gab es im vergangenen Jahr von den Vereinten Nationen, insgesamt stellten sie 98 Millionen Euro zur Verfügung.

Weltweit werden laut Welthungerhilfe zurzeit Budgets für humanitäre Hilfe gekürzt. Die Organisation mahnte, dass die Bekämpfung von Hunger "nicht zur Verhandlungsmasse" werden dürfe.

Iran-Krieg treibt Preise nach oben

Die höchste Förderung erhielten den Angaben zufolge Projekte der Welthungerhilfe im Südsudan (53,2 Millionen Euro), gefolgt vom Sudan (28,5 Millionen Euro) und der Ukraine (21,2 Millionen Euro). Auf die Kontinente betrachtet floss das meiste Geld nach Afrika (221,4 Millionen Euro), gefolgt von Asien (80,4 Millionen Euro).

Die größte humanitäre Krise spielt sich laut Welthungerhilfe weiterhin im Sudan ab. Nach drei Jahren Bürgerkrieg seien dort rund 34 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, mehr als 19 Millionen litten an akutem Hunger. Preise für Nahrungsmittel sowohl vor Ort als auch für Hilfsorganisationen würden derzeit durch den Iran-Krieg in die Höhe getrieben.