Proteste gegen neue Gaskraftwerke

Polizisten tragen einen Demonstranten
Henning Kaiser/dpa
Polizisten tragen Klimaaktivisten von den blockierten Gleisen vor einem Werk des Unternehmens Europipe in Mühlheim an der Ruhr weg.
Aktivisten auf Firmengelände
Proteste gegen neue Gaskraftwerke
Gegen den Bau neuer Gaskraftwerke haben am Freitag mehrere Hundert Menschen im Ruhrgebiet protestiert. Neben einer Demonstration in Hamm besetzten Aktivisten auch Firmengelände in Mülheim und Gelsenkirchen. Zu den Aktionen aufgerufen hat das Bündnis "Ende Gelände".

Mehrere Hundert Klimaaktivisten haben am Freitag im Ruhrgebiet gegen den von der Bundesregierung geplanten Bau neuer Gaskraftwerke protestiert. So blockierten in den Morgenstunden zunächst rund 120 Personen die Zufahrt zu einem Stahlwerk in Mülheim an der Ruhr, wie die Polizei Dortmund mitteilte. Zudem drangen ebenfalls in Mülheim etwa 100 Personen auf das Gelände eines metallverarbeitenden Betriebes vor. Überdies versammelten sich in Hamm nach Polizeiangaben rund 500 Menschen zu einem Demonstrationszug durch die Stadt.

Im Laufe des Vormittags kam es dann zu weiteren Aktionen. So drangen nach Angaben des Aktionsbündnis "Ende Gelände" mehrere Hundert Personen auf das Gelände des Gaskraftwerks in Gelsenkirchen-Scholven vor, da dort der Neubau eines weiteren Kraftwerksblocks geplant ist. Weitere Gruppen waren gegen Mittag "noch unterwegs", hieß es. Laut dem Bündnis beteiligten sich rund 1.500 Menschen an den Protesten in der Region. Die Aktionen richteten sich den Angaben zufolge unter anderem gegen einen Hersteller von Gaspipelines und ein Rüstungsunternehmen. Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort.

Zu den Protesten und der Demonstration hat das Aktionsbündnis "Ende Gelände" aufgerufen, das derzeit in Hamm ein mehrtägiges "Klimacamp" veranstaltet. Das Aktionsbündnis macht damit gegen die Pläne der Bundesregierung mobil, 20 neue Gaskraftwerke zu bauen. Die Blockadeaktionen richteten sich laut dem Bündnis gegen einen Hersteller von Gaspipelines und ein Rüstungsunternehmen.

 

Die Aktionen finden parallel zu einem mehrtägigen "Klimacamp" in Hamm statt, zu dem Campact, Greenpeace, Fridays for Future und der BUND eingeladen haben. Das Bündnis macht damit gegen die Pläne der Bundesregierung mobil, 20 neue Gaskraftwerke in Deutschland zu bauen.

Aktionstag an Kraftwerk in Werne geplant

Für Samstag ist zudem ein großer Aktionstag angekündigt, an dem Umweltschützer vor dem Gersteinwerk in Werne-Stockum demonstrieren wollen. Gegen ein von der Polizei ausgesprochenes Versammlungsverbot an dem von RWE betriebenen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk waren die Klimaaktivisten mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gescheitert (AZ: 14 L 1017/26). Sie wollten die Entscheidung vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster anfechten. Ein Beschluss dazu stand bis zum Freitagvormittag noch aus.

"Gas ist eine Risikotechnologie. Wer auf fossile Energie setzt, setzt auch auf Abhängigkeit von Krisenprofiteuren: Gas ist schon heute eine der teuersten Möglichkeiten, Strom zu erzeugen", sagte eine Sprecherin von "Ende Gelände".