Die bei einem Dacheinsturz 2023 schwer beschädigte Elisabethkirche in Kassel soll nächstes Jahr während der Weltkunstausstellung documenta 16 zu einer "Klang-Raum-Kirche" umgestaltet werden. Der Musiker Jan St. Werner aus Berlin plane für den Sommer 2027, intakte Orgelpfeifen aus der zerstörten Orgel der Kirche in eine neue Raummusik zu integrieren, teilte die Vorbereitungsgruppe für die Kunstaktion am Freitag mit.
Mit seinem Vorschlag setzte sich der Professor der Folkwang Universität der Künste Essen in einem Auswahlverfahren gegen sechs weitere künstlerische Entwürfe durch.
Die Installation greife unmittelbar die Folgen des Dacheinsturzes vom November 2023 auf, bei dem große Teile der Kirche und die Orgel beschädigt wurden. Werner kündigte an, aus der Zerstörung heraus neue Klänge für den Kirchenraum zu entwickeln.
Die Elisabethkirche liegt am zentralen Friedrichsplatz und diente seit Jahren auch als Ort für zeitgenössische Kunst im Umfeld der documenta. Das Bistum Fulda und die Katholische Kirche Kassel planen neben der künstlerischen Gestaltung während der documenta 16 von Juni bis September 2027 erstmals auch ein ökumenisches Begleitprogramm.
Kirche soll Ort der Begegnung werden
Der Dacheinsturz hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Seitdem wird über die Zukunft der Kirche diskutiert. Nach Angaben aus der Projektgruppe laufen Planungen, das Gebäude zu einem vielseitigen Ort der Begegnung für kirchliche, soziale und kulturelle Zwecke weiterzuentwickeln.
Bereits in der Vergangenheit wurde die Kirche für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Verschiedene Nutzungskonzepte sind im Gespräch, während zunächst ein Interimsdach den weiteren Erhalt sichern soll.



