Das "erste Mal" findet immer später statt

Junges Paar schaut unter der Bettdecke hervor
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Nach der Jugendsexualitätsstudie haben junge Menschen mit 19 Jahren und in einer festen Beziehung "ihr erstes Mal".
Jugendsexualitätsstudie
Das "erste Mal" findet immer später statt
Das "erste Mal" mit 19: Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland sind bei ihren ersten sexuellen Aktivitäten älter als früher, zeigt eine Studie.

Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland werden laut einer Studie immer später sexuell aktiv. Die aktuelle Jugendsexualitätsstudie zeige, dass von den im Jahr 2025 befragten jungen Menschen die meisten mit 19 Jahren "ihr erstes Mal" erlebten, teilte das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit am Donnerstag in Köln mit.

Bei der letzten Erhebung im Jahr 2019 habe die Mehrheit bereits mit 17 Jahren Sex gehabt.

Laut Studie hatten aktuell 18 Prozent der befragten 14- bis 17-Jährigen bereits ihren ersten Sex erlebt, 2019 waren es noch 28 Prozent dieser Altersgruppe. Für die im ersten Halbjahr 2025 durchgeführte Studie wurden Daten von mehr 5.800 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 25 Jahren erhoben und ausgewertet.

Erste sexuelle Erfahrungen mehrheitlich mit festem Partner

Zudem findet der erste Sex laut der Studie oft geplant und in einer Partnerschaft statt. So hatte die Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach eigenen Angaben eine feste Beziehung mit einem Partner oder einer Partnerin (weiblich: 65 Prozent, männlich: 53 Prozent) oder war zumindest "gut bekannt" (weiblich: 25 Prozent, männlich: 31 Prozent). Auch auf Verhütung wurde geachtet: Lediglich sechs Prozent der Befragten gaben an, beim ersten Sex nicht verhütet zu haben.

Für den ersten Kuss lassen sich die jungen Menschen offenbar ebenfalls mehr Zeit. 2019 hatten noch 53 Prozent der 14-Jährigen angegeben, Erfahrungen mit Küssen gemacht zu haben, 2025 ist dieser Anteil auf 33 Prozent gesunken.
"Die Ergebnisse zeigen deutlich: Junge Menschen lassen sich heute generell mehr Zeit und treffen bewusste Entscheidungen, wenn es um Sexualität geht", sagte die stellvertretende Leiterin des Bundesinstituts, Mechthild Paul. "Sie warten auf den für sie richtigen Moment, sprechen offen über Verhütung und schützen sich zuverlässig."

Schulunterricht bleibt wichtigste Quelle für Aufklärung

Der Schulunterricht ist den Angaben zufolge nach wie vor die wichtigste Quelle der Sexualaufklärung für Jugendliche: 78 Prozent der Jugendlichen gaben an, in der Schule Wissen über Sexualität und Verhütung erhalten zu haben (2019: 69 Prozent). Das Internet habe in der Sexualaufklärung hingegen leicht an Bedeutung verloren, hieß es. Demnach nutzen 53 Prozent der Jugendlichen das Internet als Informationsquelle bei Fragen rund um Verhütung und Sexualität, das waren sechs Prozentpunkte weniger als 2019.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit - vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung - führt regelmäßig die repräsentative Befragung zu "Jugendsexualität" durch. Die aktuelle Studie ist die zehnte Befragung.