"Besserer Schlaf, weniger Kopfschmerzen, stabileres Gewicht und ein gestärktes Immunsystem sind nur einige der möglichen Veränderungen", erklärt Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Hamburg. Demnach profitieren auch Herz, Kreislauf und Leber von den 30 Tagen ohne Alkohol. Die Aktion "Dry January" ist 2014 in Großbritannien gestartet.
Das Thema Alkoholsucht sei insbesondere in Hamburg relevant. Im Jahr 2023 sind dem Morbiditäts- und Sozialatlas des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) rund 145 von 10.000 Hamburgerinnen und Hamburgern wegen Alkoholmissbrauchs ärztlich behandelt worden. Das sind rund 16 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt.
Männer sind mit 198 Behandlungen von 10.000 Versicherten demnach deutlich häufiger betroffen als Frauen (94 von 10.000). Laut bifg erreicht Hamburg bei Männern zwischen 60 und 69 Jahren mit 470 Behandlungen pro 10.000 Versicherten einen Höchstwert. Auch die Einkommenssituation spielt eine Rolle, heißt es.
Menschen mit weniger als 15.000 Euro Jahreseinkommen sind rund sechsmal häufiger betroffen als Personen mit über 55.000 Euro Jahreseinkommen (259 gegenüber 40 pro 10.000). Klein sagt, dass Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit ernste Erkrankungen sind, die professionelle medizinische und therapeutische Hilfe brauchen.
Der "Dry January" könne dahingehend ein wichtiges Signal sein und das Bewusstsein für problematische Trinkgewohnheiten schärfen. "Der 'Dry January' ist vor allem eine Chance, das eigene Trinkverhalten kritisch zu hinterfragen", sagte Klein. Wer den Verzicht als besonders schwierig empfinde, sollte aufmerksam werden.