Lebenslange Haft für argentinische Ex-Militärs wegen Massakers

40 Jahre nach einem der schlimmsten Massaker in der argentinischen Geschichte sind drei Ex-Militärs wegen Menschenrechtsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Ein Bundesgericht in der Stadt Comodoro Rivadavia befand die früheren Marineoffiziere am Montag (Ortszeit) für schuldig, 16 politische Gefangene ermordet zu haben. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen, wie die Tageszeitung "Clárin" berichtete.

Das als Massaker von Trelew bekannte Verbrechen ereignete sich am 22. August 1972. Die drei Bundesrichter definierten es einstimmig als Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das somit nicht verjährt ist und strafrechtlich verfolgt werden kann. Die Verurteilten müssen ihre Strafen trotz ihres hohen Alters in einer normalen Haftanstalt verbüßen. Die Ermittlungen waren im Jahr 2006 auf Betreiben von Hinterbliebenen wieder aufgenommen worden und führten schließlich zu dem im Mai begonnenen Prozess.

Am 15. August 1972 gelang 25 politischen Gefangenen die Flucht aus der Haftanstalt der südargentinischen Stadt Rawson. Sechs Geflohene entkamen ins Nachbarland Chile. 19 wurden auf dem Flughafen von Trelew von den Einheiten der Marine gestellt und in die Marinebasis Admiral Zar de Trelew verbracht. Am Morgen des 22. August wurden sechzehn Gefangene, darunter vier Frauen, in der Marinebasis regelrecht hingerichtet. Drei Gefangene überlebten die Erschießungsaktion.

Unter der Militärdiktatur von Alejandro Agustín Lanusse (1971-1973) wurden die Tötungen mit einem angeblich erneuten Fluchtversuch der Gefangenen aus der Marinebasis gerechtfertigt. Nach Aussagen der drei Überlebenden des Massakers sowie anderer Zeugen wurden die Häftlinge jedoch in ihren Zellen erschossen. Die Überlebenden sowie zahlreiche Angehörige der Getöteten verschwanden spurlos während der späteren Militärdiktatur 1976 bis 1983.