Kindergrundsicherung muss kommen

h_epd_00490148

© Diakonie Saar

Für die Diakonie Saar ist die geplante Kindergrundsicherung alternativlos, wenn mehr Kinder aus bedürftigen Familien aus der Armut geholt werden sollen. "Wir können als freiheitlich-demokratische Gesellschaft nicht zulassen, dass Kinder schlechtere Bildungsabschlüsse erwerben, weil sie in Armut aufwachsen. Als Christ:innen können wir das erst recht nicht akzeptieren", sagte Geschäftsführerin Anne Fennel

Diakonie-Geschäftsführerin
Kindergrundsicherung muss kommen
Für die Diakonie Saar ist die geplante Kindergrundsicherung alternativlos, wenn mehr Kinder aus der Armut geholt werden sollen. "Wir können als freiheitlich-demokratische Gesellschaft nicht zulassen, dass Kinder schlechtere Bildungsabschlüsse erwerben, weil sie in Armut aufwachsen. Als Christ:innen können wir das erst recht nicht akzeptieren", sagte Geschäftsführerin Anne Fennel dem epd.

Trotz aller offenkundigen Probleme innerhalb der Koalition, diese Reform zu finanzieren, betonte Anne Fennel: "Noch bin ich optimistisch, dass mit der Kindergrundsicherung für ein sicheres Existenzminimum für Kinder gesorgt wird."

Aber die Geschäftsführerin teilt die Befürchtung, dass am Ende nur eine halbherzige Reform beschlossen wird. Dann würde die Regierung die große Chance vertun, Kindern eine bessere Bildung und mehr soziale Teilhabe zu ermöglichen, sagte Fennel. Denn mit kleinen Verbesserungen sei niemandem wirklich geholfen.

Die künftige Kindergrundsicherung, in der mehrere soziale Hilfen aufgehen sollen, müsse vor allem einfach und unbürokratisch zu beantragen sein. Fennel nannte es einen echten Fortschritt, wenn das komplizierte Nebeneinander von Kinderregelsätzen, Kinderzuschlag, Sockel-Elterngeld, Kindergeld und Kinderfreibeträgen beendet würde. Denn derzeit nutzten viele Berechtigte die ihnen eigentlich zustehenden Sozialtransfers nicht. Derzeit beantragen nach ihren Worten nur etwa 35 Prozent aller Anspruchsberechtigten den Kinderzuschlag.

Das von Beginn an umstrittene Bildungs- und Teilhabepaket müsse mit dem Start der Kindergrundsicherung der Vergangenheit angehören. "Ich halte auch eine echte Lernmittelfreiheit in allen Bundesländern für wichtig. Und es braucht die nötige Infrastruktur in den Kommunen und Stadtteilen, damit Kinder in Armutslagen umfassend teilhaben können", betonte die Geschäftsführerin.

Mehr zu Armut
Obdachloser am 23.03.2020 am S-Bahnhof Alexanderplatz in Berlin
Die Winterkälte macht obdachlosen Menschen zu schaffen. Wie ihnen geholfen werden kann, das zeigen viele Städte in diesen ersten Adventstagen.
Kind hält Euromünzen in der Hand
Simon wurde von jemanden in seiner Schule unter Druck gesetzt mit den Worten "Du bist doch Christ, du musst teilen". Muss er dieser Person tatsächlich von seinem eigenen Geld etwas abgeben? Frank Muchlinsky antwortet.