Zukunft der Schausteller-Seelsorge ungewiss

Torsten Heinrich auf der historischen Kirmes für Pützchens Markt in Bonn

© epd-bild/Ebba Hagenberg-Miliu

Seine Gemeinde findet der evangelische Pfarrer, hier auf Pützchens Markt in Bonn 2017, in ganz Deutschland: auf Jahrmärkten, Volksfesten, in Zirkussen und bei Puppenspielern.

Zirkus, Kirmes und Volksfeste
Zukunft der Schausteller-Seelsorge ungewiss
Die Zukunft der evangelischen Circus- und Schaustellerseelsorge ist nach den Worten ihres Leiters Torsten Heinrich ungewiss. Hintergrund seien Beschlüsse der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die den Haushalt für die Circus- und Schausteller-Seelsorge bis 2030 um 71 Prozent kürzen will.

"Das heißt im Grunde abschaffen", sagte der Leiter Torsten Heinrich, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Demgegenüber stehe eine bis zu 20.000 Mitglieder starke Gemeinde auf der Reise.

Dass man die derart vernachlässigen wolle, sei "komplett unverständlich", realitätsfern und unvernünftig. Der Pfarrer fürchtet, dass die Schausteller-Seelsorge unter dem Radar der kirchlichen Wahrnehmung liegt.

Vom 17. September an ist Heinrich im Einsatz auf dem Oktoberfest in München. Seit sieben Jahren betreut er die Schausteller auf der Wiesn und hat in den vergangenen zwei Pandemie-Jahren die Sorgen und Ängste mitbekommen. "Es ist ein Drama gewesen", sagte der Seelsorger, "wir haben mitgelitten und, wo es ging, mitgeholfen."

Oft sei dies nur über Telefonate gegangen, weil Besuche nicht möglich waren. "Wir haben einen kleinen Nothilfe-Fonds aufgebaut und Spenden gesammelt, um in der allergrößten Not ein bisschen finanziell helfen zu können." Die Erleichterung darüber, dass das Oktoberfest endlich wieder stattfinden könne, sei groß. Die bisherigen Volksfeste seien in diesem Jahr sehr gut besucht worden. "Die Schausteller haben wieder voll im Leben gestanden", sagte Heinrich.

Mehr zu Seelsorge
Krebskranke Frau mit rosa Brustkrebs Schleife
Menschen, die an Krebs erkranken, verlieren oft den Mut zum Leben. Plötzlich fühlt sich das Leben wie auf einem Pulverfass an. Diagnose zwischen Hoffnung und Tod. Jetzt will eine Hamburger Gemeinde mit Gottesdiensten neue Kraft spenden.
Nicolai Opifanti und Sarah Schindler sind die ersten Digital-Seelsorgerinnen der württembergischen Landeskirche. Beide haben Stellenanteile als digitale Pfarrer*innen. Sie berichten aus ihrer Arbeit und davon, was Kirche für die Zukunft braucht.