Solaranlagen auch auf alten Kirchen

Solarzellen auf Kirchendach

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Nur wenige besonders markante Kirchenbauten sollen in Baden-Württemberg frei von Photovoltaik bleiben.

Die Energiewende schaffen
Solaranlagen auch auf alten Kirchen
Auch ältere Kirchen können mit Photovoltaikanlagen bestückt werden, meint der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Völlig tabu seien lediglich herausragende Denkmale wie etwa das Kloster Maulbronn.

Zwar stünden die meisten alten Kirchen im Südwesten unter Denkmalschutz, doch würde eine Solaranlage diesen Status kaum beeinträchtigen, sagte Kretschmann in Stuttgart. Er habe mit dem Präsidenten des Landesdenkmalamts, Claus Wolf, vereinbart, dass man lediglich eine kurze Liste von besonders markanten Bauwerken erstellen werde, die man photovoltaikfrei halten wolle.

Zu den Ausnahmen zählt Kretschmann etwa das Kloster Maulbronn und die oberschwäbische Wallfahrtskirche Steinhausen. Dort solle optisch die Historizität der Bauwerke erhalten bleiben. Bei anderen Kirchen greife der Denkmalschutz nicht ein, zumal eine Photovoltaikanlage auch wieder heruntergenommen und damit der vorherige Zustand wiederhergestellt werden könne.

Kretschmann warnte auch vor einer Überbewertung der Möglichkeiten denkmalgeschützter Gebäude. Nur drei Prozent der Bauwerke in Baden-Württemberg stünden unter Denkmalschutz. Man solle nicht so tun, als hingen Wohl und Wehe in der Energiekrise von diesen Gebäuden ab, sagte der Grünen-Politiker.

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