Schwedische Kirche: Sanktionen gegen Kyrill

Portrait vom russisch-orthodoxen Patriarch Kyrill

© epd-bild/Wassili Djatschkow

Die Unionskirche in Schweden fordert Sanktionen gegen den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I.

Krieg in der Ukraine
Schwedische Kirche: Sanktionen gegen Kyrill
Die Unionskirche in Schweden hat als einziges Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) Sanktionen gegen den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. gefordert.

Die Schweden hätten in einem Brief den Ausschluss Kyrills aus dem ÖRK verlangt, teilte Sprecherin Marianne Ejdersten dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch in Genf mit.

Allerdings sei ein Ausschluss eines Kirchenoberhauptes aus dem ÖRK nicht möglich. Sanktionen gegen Kyrill seien eine Angelegenheit der russisch-orthodoxen Kirche. Außer den reformierten Schweden hätte bislang keine andere der 352 Mitgliedskirchen Sanktionen des ÖRK gegen Kyrill oder gegen die Russisch Orthodoxe Kirche verlangt.

Kyrill rechtfertigt den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und gilt als enger Verbündeter des Präsidenten Wladimir Putin. In einem Brief an den ÖRK hatte der Patriarch den Westen und das Militärbündnis Nato für die Ursachen des Krieges in der Ukraine verantwortlich gemacht. Die russisch-orthodoxe Kirche ist das größte Einzelmitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen.

In der kommenden Woche kommt der ÖRK-Zentralausschuss zusammen. Das Gremium kann unter bestimmten Bedingungen den Ausschluss oder die Aussetzung der Mitgliedschaft einer Kirche beschließen. Wenn die theologischen Positionen einer Mitgliedskirche nicht mit der fundamentalen theologischen Grundlage für die ÖRK-Mitgliedschaft vereinbar sind, liegt ein solcher Fall vor.

Mehr zu Ukraine
Annette Kurschus  im Talar
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, warnt vor einfachen Positionierungen zum Ukraine-Krieg.
US-Präsident Joe Biden sitzt neben Bundeskanzler Olaf Scholz
Am Ende gab es eine konkrete Zusage im Kampf gegen den Hunger: Die G7-Staaten stellen zusätzlich mehr als vier Milliarden Euro bereit. Beim Klimaschutz soll ein neuer Club bewirken, dass er sich auch wirtschaftlich lohnt.