Supermärkte sollen mehr an Tafeln spenden

Mehr Lebensmittel für Tafeln

© Rolf Zoellner

Mitarbeiter der Berliner Tafel sammeln Lebensmittel auf dem Großmarkt ein (Archivbild). Viele Tafelläden sind am Limit und schlagen Alarm.

Margot Käßmann
Supermärkte sollen mehr an Tafeln spenden
Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat an die großen Supermarktketten appelliert, verstärkt Lebensmittel an die Tafeln zu spenden. Auch der Staat müsse sich mehr um Armutsbekämpfung kümmern- denn das sei seine Aufgabe.

"Für immer mehr Menschen reicht das Geld nicht, um genug Essen zu kaufen", schrieb die frühere hannoversche Bischöfin in ihrer Kolumne für "Bild am Sonntag" (5.6.). Wegen des großen Andrangs schlügen die Tafeln in Deutschland Alarm, viele seien am Limit. Gleichzeitig gebe es deutlich weniger Lebensmittelspenden. Ehrenamtliche Helfer seien deshalb verzweifelt.

"Mein Appell: Aldi, Lidl, Edeka, Netto und Rewe - macht Euren Filialleitern Dampf, damit sie Lebensmittel an die Tafel geben und nicht kurz vor Ablaufdatum in die Mülltonne schmeißen", schrieb die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Zudem nahm sie die Kommunen in die Pflicht und rief sie dazu auf, Bedürftige nicht einfach an die Tafeln zu verweisen. "Armutsbekämpfung ist Aufgabe des Staates", betonte sie. "Und wir alle sollten Hamsterkäufe unterlassen", ergänzte die Theologin. "Denn auch dadurch gibt es weniger Waren, die abgegeben werden können."

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