Wüst: "Sind noch nicht am Ziel"

Dorothee Wüst

© epd-bild/Heike Lyding

Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit, Diversität und Toleranz blieben das Ziel der gesellschaftlichen Entwicklung, sagte die pfälzische Kirchenpräsidentin, Dorothee Wüst, bei der Eröffnung der bundesweiten evangelischen Pilger-Aktion "Go for Gender Justice".

"Go für Gender Justice"
Wüst: "Sind noch nicht am Ziel"
Wüst fordert Einsatz für Gleichberechtigung
Die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst hat sich für die Gleichstellung von Frauen sowie religiösen und ethnischen Minderheiten in der Gesellschaft ausgesprochen. Auf dem Weg zur Geschlechtergerechtigkeit sei viel erreicht worden, doch sei man noch nicht am Ziel, sagte die Kirchenpräsidentin am Donnerstag in Speyer.

Wüst eröffnet die bundesweite evangelische Pilger-Aktion "Go for Gender Justice" für die Pfalz und Saarpfalz am Freitag um 15 Uhr auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße. Ziel des Pilgerwegs vom 13. bis 15. Mai sei es, sich für gleiche Rechte für alle Menschen, egal welchen Geschlechts, Religion, Hautfarbe oder Herkunft, einzusetzen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Pilgeraktion sammeln Ideen für mehr Gerechtigkeit und weniger Diskriminierung. Diese werden auf der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) vom 31. August bis 8. September in Karlsruhe vorgestellt. "Go für Gender Justice" wird von der Konferenz der Gender-Referate und Gleichstellungsstellen in den evangelischen Landeskirchen getragen.

Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit, Diversität und Toleranz blieben das Ziel der gesellschaftlichen Entwicklung, machte die pfälzische Kirchenpräsidentin deutlich. "Selbstverständlich spielen Talent, Kompetenz und Fähigkeit die erste Geige und nicht Geschlecht, Herkunft, Sprache oder Religion", sagte sie. Auch sie selbst wisse, dass es noch immer nicht "normal" erscheine, dass eine Frau an der Spitze einer Kirche stehe. Die Buntheit des Lebens bereichere alle Menschen, und selbstverständlich erhielten alle gleiches Geld und gleiche Wertschätzung für ihre Leistung, sagte Wüst.

Auf dem Weg zur Gleichstellung dürfe man keinesfalls stehenbleiben, "weil noch so vieles im Argen liegt", rief die Kirchenpräsidentin laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript den Pilgerinnen und Pilgern zu. Vor allem der Krieg in der Ukraine zeige, wie zerbrechlich das Erreichte mit Blick auf die Gleichstellung sei: Vergewaltigung werde von den russischen Angreifern als Kriegswaffe eingesetzt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Aktion seien auf dem Weg für die geschändeten Frauen und alle Menschen, die unter Gewalt und Ungerechtigkeit litten oder benachteiligt und diskriminiert seien. 

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