Friedensbewegung setzt Ostermärsche fort

Ostermärsche in vielen deutschen Städten

© Rolf Zoellner

Zahlreiche Menschen haben am Wochenende in Berlin auf Ostermärschen für Frieden demonstriert.

Demonstrationen an Ostersonntag
Friedensbewegung setzt Ostermärsche fort
Nach dem Hauptaktionstag am Samstag gab es am Sonntag deutlich weniger Ostermärsche. Insgesamt zeigten sich die Veranstalter bisher zufrieden mit der Beteiligung an den Friedensdemonstrationen.

Die Friedensbewegung hat am Sonntag ihre Ostermärsche fortgesetzt. Kundgebungen und Protestzüge gab es unter anderem in Frankfurt/Oder im brandenburgischen Neuruppin und in der saarländischen Gemeinde Beckingen, wie Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative in Bonn dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Ostersonntag sagte. Insgesamt seien sie bisher zufrieden. Seit Donnerstag seien in ganz Deutschland mehrere zehntausend Menschen auf die Straße gegangen, sagte Golla. Im Mittelpunkt der Proteste steht in diesem Jahr der Krieg in der Ukraine.

Im Vergleich zu Samstag, als in 80 Städten Menschen auf die Straße gingen, gab es am Ostersonntag deutlich weniger Aktionen. Der Karsamstag gilt als einer der Hauptaktionstage der Friedensbewegung.

Am Sonntag zogen unter anderem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ostermarsches Rhein-Ruhr von Essen nach Bochum. In Essen räumte Alfred Keienburg von der katholischen Friedensbewegung Pax Christi Fehler bei der Einschätzung der Kriegsgefahr ein. Die Warnungen aus der Ukraine, Polen und dem Baltikum hätten sie zwar gehört, aber nicht geglaubt. Aber auch die Europäische Union und die Nato hätten in den vergangenen Jahrzehnten Fehler gemacht. Die "politischen Fehler 'des Westens'" rechtfertigten Wladimir Putins Angriffskrieg aber in keiner Weise.

Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) rief bei der Friedensdemonstration in Neuruppin laut Redemanuskript zu einem unverzüglichen Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine auf. Ein militärischer Angriff sei niemals gerechtfertigt, betonte Liedtke. Für den Bruch des Völkerrechts gebe es keine Rechtfertigung.

In Berlin gab es am Samstag zwei konkurrierende Ostermärsche: Zum traditionellen Ostermarsch der Friedenskoordination für eine "neue Sicherheitsarchitektur von Lissabon bis Wladiwostok" versammelten sich nach Polizeiangaben rund 1.300 Teilnehmer. Kritiker hatten vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine zu einem alternativen Ostermarsch aufgerufen, der sich explizit gegen russische Angriffskriege richtete und das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine betonte. Dazu kamen laut Polizei rund 650 Menschen zusammen.

Am Ostermontag enden die diesjährigen Ostermärsche. Aktionen sind laut dem Netzwerk Friedenskooperative, das die regional verantworteten bundesweiten Aktionen koordiniert, unter anderem in Frankfurt am Main, Fürth und Hamburg geplant.

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