Glocken im Taunus dürfen weiterläuten

Die evangelische Kirche in Usingen-Merzhausen

© Osingar/CC BY-SA 4.0/Wikimedia Commons

Die evangelische Kirche in Usingen-Merzhausen neben dem historischen Rathaus. Die Klage einer Anwohnerin wegen Lärmbelästigung ist vom Verwaltungsgericht Frankfurt abgelehnt worden.

Gericht urteilt
Glocken im Taunus dürfen weiterläuten
Die Kirchenglocken in der Taunus-Gemeinde Merzhausen dürfen weiterhin läuten. Die Klage einer in unmittelbarer Nähe der evangelischen Kirche wohnenden Nachbarin wegen Lärmbelästigung sei abgelehnt worden, teilte das Verwaltungsgericht Frankfurt mit.

Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig. Es bestehe die Möglichkeit, dagegen Rechtsmittel beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel einzulegen.

Konkret hatte die Klägerin das sonntägliche Glockengeläut um acht Uhr morgens und das weitere ein bis sechsmal im Jahr stattfindende Geläut anlässlich von Musikkonzerten verhindern wollen. Merzhausen ist ein Ortsteil der Stadt Usingen im hessischen Hochtaunuskreis.

Laut Gericht werden bei dem sonntäglichen "Tagesläuten" die festgelegten Lärmgrenzwerte aber nicht überschritten. Zum anderen sei es von einem religiösen Hintergrund geprägt. Dies gelte auch für die Musikveranstaltungen, die jeweils sakralen Bezug hätten. Außerdem sei das Glockengeläut in einer säkularisierten Gesellschaft als eine "zumutbare sozialadäquate Einrichtung unter dem Gebot gegenseitiger Toleranz" hinzunehmen.

Das Verwaltungsgericht wies in seiner Entscheidung auch darauf hin, dass sich die Kirche seit einem langen historischen Zeitraum im Dorfkern befinde und das Glockengeläut seit 1951 in der Gemeinde aktiv betrieben werde. Die Klägerin hingegen sei erst 2001 freiwillig in die Nähe des Gotteshauses gezogen.

Mehr zu Glocken, Gemeinde und Pfarrer
h_epd_00442494_i-201.jpg
Nach dem Erfolg der kirchlichen Impfaktion in Sachsen am ersten Advent gibt es jetzt einen Rückschlag: Ein Dresdner Pfarrer hat einem Impfteam den Zugang zu kirchlichen Räumen verweigert. Der Fall soll ein Nachspiel haben.
Pfarrer Michael Maier, Pfarrer Martin Hoepfner und Dekan Peter Huschke
Vernetzt denken, klug Prioritäten setzen - das hört sich theoretisch an. Die evangelischen Gemeinden im Bezirk Erlangen aber haben das mit Leben erfüllt. Denn Netzwerkarbeiter treiben das Miteinander voran.