Bedford-Strohm: Ungeimpfte nicht ausgrenzen

 Schild am Eingang zu Karls Erlebnis-Dorf steht "Heute Corona-Schutzimpfung ohne vorherige Terminvereinbarung"

© Bernd Wüstneck/dpa

Corona-Infektionen bestimmen wieder die Pandemie. Selbst Geimpfte sind betroffen - allerdings deutlich seltener als Ungeimpfte. Daher gibt es niedrigschwellige Impfangebote wie hier in Mecklenburg-Vorpommern am Eingang zu Karls Erlebnis-Dorf .

Appell gegen Pauschalurteile
Bedford-Strohm: Ungeimpfte nicht ausgrenzen
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat dazu aufgerufen, ungeimpfte Menschen in der Corona-Pandemie nicht auszugrenzen. Es sei aus seiner Sicht falsch, Ungeimpfte pauschal als Egoisten abzustempeln.

Vielmehr gelte es, die unterschiedlichen Motive zu beachten, warum sich jemand nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wolle, sagte Bedford-Strohm am Donnerstag im Deutschlandfunk. Neben Verschwörungstheoretikern gebe es auch Menschen, "die aus bestimmten Gründen einfach Angst vor Eingriffen in ihren Körper haben", sagte der bayerische Landesbischof.

Wichtig sei der Dialog mit Ungeimpften, um sie über die Immunisierung aufzuklären, betonte Bedford-Strohm: "Es ist völlig richtig, dass wir Menschen zu überzeugen versuchen, dass sie sich impfen lassen." Der Weg zu einer höheren Impfquote sei "reden, reden, reden, überzeugen und niedrigschwellige Angebote machen".

Eine Ausgrenzung von ungeimpften Menschen könne dagegen dazu führen, dass diese staatlichen Maßnahmen gegenüber grundsätzlich kritisch würden oder in den Einfluss von Rechtsradikalen gerieten, warnte der bayerische Landesbischod.

Das Impftempo in Deutschland hat sich seit einigen Wochen verlangsamt. Aktuell sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts 62,4 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. Mindestens eine Impfdosis haben 66,7 Prozent erhalten.

Mehr zu Coronavirus, Impfungen
Segelschiffe auf dem Ijsselmeer
Nachdem Corona 2020 allen Planungen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, wird es wieder eine "Stader Flotte" geben: An diesem Freitag (15.10.) stechen auf dem Ijsselmeer zehn Schiffe mit 170 Konfirmand:innen an Bord in See.
Ein Plakat, was auf die 3G-Regel verweist
Soll die 3G-Regel auch für Gottesdienste gelten? Einige Kirchenvertreter wollen niemanden ausgrenzen, die sich nicht impfen lassen dürfen oder kein Geld für Tests haben. Andere warnen, die Kirche solle Impfbemühungen nicht unterlaufen.