EKD-Ratsvorsitzender dankt Seenotrettern

Flucht übers Mittelmeer
EKD-Ratsvorsitzender dankt Seenotrettern
Für ihren "mutigen Einsatz" hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, den zivilen Seenotrettern im Mittelmeer gedankt. "Sie nehmen eine Verantwortung wahr, die wir alle gemeinsam haben."

Mit ihrem Einsatz hätten sie nach der Einstellung der staatlichen Seenotrettung im Mittelmeer Tausende Menschen aus Lebensgefahr gerettet, erklärte Bedford-Strohm am Freitag. Der EKD-Ratsvorsitzende predigt am Sonntag in einem ZDF-Fernsehgottesdienst in Palermo. Dieser steht unter dem Motto "Mut zur Menschlichkeit".

"Mit ihrem mutigen Einsatz nehmen die ehrenamtlichen Crews unter widrigsten Bedingungen eine Verantwortung wahr, die wir eigentlich alle gemeinsam haben", sagte Bedford-Strohm. Zuallerst müssten die Fluchtursachen bekämpft werden. "Wie dafür die besten Lösungen aussehen, kann man kontrovers diskutieren. Aber müssten wir uns nicht darauf einigen können, dass auch bei unterschiedlichen Meinungen über die Flüchtlingspolitik das Retten von Menschenleben eine christliche Grundpflicht ist", sagte der bayerische Landesbischof.

Neben Crewmitgliedern der "Sea-Watch 4", die von Bord des im sizilianischen Trapani festgesetzten Rettungsschiffes zugeschaltet werden, wirken an dem Fernsehgottesdienst am Sonntag auch ein Geretteter sowie Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando mit. Orlando und Bedford-Strohm hatten sich mehrfach gemeinsam mit dem Aufruf an die Regierungen, Parlamente und die EU-Kommission gewendet, beschlagnahmte oder festgehaltene Rettungsschiffe freizugeben.

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