Religionsgemeinschaften sollen fürs Impfen werben

Corona-Impfung in Kirche

© epd-bild/Friedrich Stark

Kirchen und andere Religionsgemeinschaften sollen für Corona-Schutzimpfungen werben, meint der Theologe und Sozialethiker Peter Dabrock.

Ausdruck von Solidarität
Religionsgemeinschaften sollen fürs Impfen werben
Der Theologe und Sozialethiker Peter Dabrock hat Kirchen und andere Religionsgemeinschaften zur Werbung für Corona-Schutzimpfungen aufgefordert. Impfen sei ein "Ausdruck von Solidarität", vor allem gegenüber Kindern und Jugendlichen.

"Impfen ist Ausdruck von Nächstenliebe", sagte der frühere Vorsitzende des Deutschen Ethikrats dem Evangelischen Pressedienst. Das sollten die Religionsgemeinschaften bewerben, "in einer Zeit, in der sich eine gewisse Impfmüdigkeit breitmacht".

Sie sollten dies nicht mit erhobenem Zeigefinger machen, "sondern als Bitte, eine Gruppe der Schwächsten in der Gesellschaft zu schützen", sagte Peter Dabrock. "Gerade für die Kinder, für die noch keine Impfung vorliegt, ist eine hohe Impfquote der sicherste Schutz in der nun anhebenden vierten Welle mit der besonders ansteckenden Delta-Variante", erklärte der Erlanger Theologieprofessor. Eine Impfung sei zwar eine persönliche Entscheidung, "aber mit großem Einfluss auf das Wohlergehen der besonders verletzlichen Gruppe der Kinder".

Moralische Verpflichtung

Sie könnten sich nur sehr gering schützen und würden - wenn sich zu wenige impfen - der Gefahr von Wechsel- oder Online-Unterricht im neuen Schuljahr entgegensehen. Eine Impfung halte er daher für einen Ausdruck von Solidarität, "christlich gesprochen: Nächstenliebe", sagte Dabrock. Eine rechtliche Impfpflicht sollte nicht bestehen, sagte er und ergänzte: "eine moralische sehe ich".

Ärztevertreter und Politiker haben eine Debatte über mögliche Maßnahmen zur Steigerung der Impfbereitschaft angestoßen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurden bis zum 4.7. fast 39 Prozent der deutschen Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Mindestens eine Impfdosis haben 56,5 Prozent erhalten. Laut RKI wird angesichts der ansteckenderen Delta-Variante derzeit davon ausgegangen, dass 80 Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 geimpft sein müssen, um durch die sogenannte Herdenimmunität einen nachhaltigen Schutz für alle zu erreichen.

Mehr zu Coronavirus
Gestern Abend las ich nochmal ein wenig, was so auf twitter los ist, da traf ich dann auf einen neuen Account, der schon recht groß ist und - Achtung: Spoiler! – den ich sehr lustig finde.
Diakoniechef Ulrich Lilie
In der Debatte um verpflichtende Corona-Impfungen fordert die Diakonie nun auch eine Pflicht für die Allgemeinheit. Sie sei zum Schutz der Verletzlichsten "nun der richtige Weg", erklärte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie in Berlin.