Rettungsschiff "Sea-Eye 4" in Rostock getauft

Rettungsschiff "Sea-Eye 4"

©epd-bild/Maik Luedemann/sea-Eye

Mehrere Dutzend Freiwillige arbeiten seit Oktober 2020 daran, das Rettungsschiff herzurichten, damit die "Sea-Eye 4" im Frühsommer Richtung Mittelmeer starten kann.

Rettungsschiff "Sea-Eye 4" in Rostock getauft
Finanzierung durch Bündnis "United4Rescue" mit EKD
Das neue Rettungsschiff der Flüchtlingsorganisation "Sea-Eye" ist am Sonntag im Rostocker Hafen getauft worden. Die "Sea-Eye 4" soll im Frühsommer Richtung Mittelmeer starten, um dort Flüchtlinge in Seenot zu retten.

Die Schiffstaufe der "Sea-Eye 4" sei ein wichtiges Zeichen für die Humanität und für das praktische Eintreten für Menschenrechte, sagte Claudia Roth (Grüne), Bundestagsvizepräsidentin und Mitglied von "Sea Eye". Es seien zivile Seenotretter, die die Grundwerte der Europäischen Union hochhalten.

Finanziert wurde das neue Schiff größtenteils von dem Bündnis "United4Rescue", an dem auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beteiligt ist. Die Kosten für Anschaffung, Umbau und Überführung liegen bei etwa einer Million Euro. Nach Angaben von "Sea-Eye" werden noch weitere Spenden gebraucht. Es ist nach der "Sea-Watch 4" das zweite Schiff, das mit Hilfe von kirchlichen Spenden zur Rettung von Flüchtlingen ins Mittelmeer geschickt wird.

Geretteter ist Taufpate

Taufpate der "Sea-Eye 4" war der 19-jährige Alpha Jor Barry. Er gehörte zu den ersten 17 Flüchtlingen, die von dem "Sea-Eye"-Rettungsschiff "Alan Kurdi" am 29. Dezember 2018 im Mittelmeer gerettet wurden. In dem kleinen Holzboot hätten die Menschen den Sturm damals nicht überlebt, sagte Barry. "Wenn die 'Alan Kurdi' mich damals nicht gefunden hätte, wäre ich nicht mehr am Leben."

Das knapp 50 Jahre alte Schiff ist 55 Meter lang und hat bisher Baumaterialien auf der Ostsee transportiert. Mehrere Dutzend Freiwillige arbeiten seit Oktober 2020 daran, das Rettungsschiff herzurichten. Heimathafen soll Regensburg werden, wo der Verein seinen Sitz hat. Die Feier im kleinen Kreis fand nach eigenen Angaben unter strengen Corona-Regeln statt.

Mehr zu Seenot, Seenotizen
Seenotrettung durch Rettungsschiff
Die evangelische Kirche hat in den vergangenen sechs Jahren viele Debatten geführt - über Migration, das Reformationsjubiläum, Missbrauch, Digitalisierung und die finanziellen Weichenstellungen für die Zukunft. Vieles davon bleibt wichtig.
Das Rettungsschiff "Sea-Watch 4" vor dem Hafen von Palermo
Jedes Schiff braucht einen Hafen und jeder Mensch sicheren und festen Boden unter den Füßen. Der ZDF-Fernsehgottesdienst mit EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford Strohm und Pastorin Sandra Bils wurde deshalb in Palermo übertragen.