Bischof Manzke wünscht sich mehr Wertschätzung für Polizisten

Eine Mütze eines Bundespolizisten

©epd-bild/Heike Lyding

Mehr Respekt für die Arbeit der Bundespolizei fordert Bischof Karl-Hinrich Manzke.

Bischof Manzke wünscht sich mehr Wertschätzung für Polizisten
Der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke hat dafür geworben, die Arbeit der Polizistinnen und Polizisten in Deutschland mehr wertzuschätzen. Besorgt zeigt er sich über die Fälle von rechtsextremistischen Chatgruppen unter Polizisten.

"Sie leisten Großartiges für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft", sagte Manzke, der auch der Beauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für die Seelsorge in der Bundespolizei ist. Polizisten seien inzwischen zunehmend Anfeindungen und häufig maßlosen Respektlosigkeiten ausgesetzt, kritisierte er: "Was sie an Beschimpfungen und Beleidigungen aushalten müssen, geht auf keine Kuhhaut."

Karl-Hinrich Manzke beim Plenum der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Union Evangelischer Kirchen (UEK) am 09.11.2019 in Dresden.

Der Bischof lobte die Selbstbeherrschung und Disziplin der Polizisten bei ihren Einsätzen. "Das macht ja was mit einem, wenn er auf der Straße über Stunden beschimpft wird. Ich weiß nicht, ob ich da so ruhig bleiben würde." Die Polizeibeamten legten großen Wert darauf, in Konfliktsituationen beruhigend und deeskalierend zu reagieren. "Das trainieren sie, und das leben sie auch."

Extremes Gedankengut sei nicht verbreitet

Manzke sieht auch die Kirchen in der Pflicht, zu einem stärkeren Vertrauen in die Arbeit der Polizei beizutragen. Sie unterstützten auf der einen Seite etwa Flüchtlinge und Klimaschützer, deren Sympathisanten oft auf Demonstrationen anzutreffen seien. Gleichzeitig wüssten sie aber auch um die Sicherheitsaufgaben des Staates, "für die Polizistinnen und Polizisten ihren Kopf hinhalten". Insofern seien sie gute Vermittler.

Besorgt zeigte sich Manzke über die Fälle von rechtsextremistischen Chatgruppen unter Polizisten, die in den vergangenen Monaten aus mehreren Bundesländern bekannt wurden. "Jeder einzelne Fall schadet dem Ansehen der Polizei", sagte er. Alle Fälle müssten aufgeklärt und geahndet werden, und genau das sei das Interesse der Polizei. Ihre Anzahl gehe inzwischen über das Maß von Einzelfällen hinaus, aufs Ganze gesehen liege sie aber im Promillebereich. Vor allem mit Blick auf die Bundespolizei betonte Manzke: "Von einem weit verbreiteten rechtsextremen Gedankengut zu sprechen, ist völlig unangemessen."

Auch die Polizeipfarrer seien gefragt, rechtsextremen Tendenzen unter Polizisten entgegenzuwirken. Deshalb gehörten Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus zu den festen Themen der berufsethischen Bildung in der Polizei. "Wir brauchen Polizisten, denen die Bevölkerung vertraut", unterstrich der Bischof: "Sie müssen die Grundwerte und Grundrechte, die in unserer Verfassung dargelegt sind, persönlich vertreten. Aber auch das verlangt die Polizei selbst." Polizistinnen und Polizisten seien in einem hohen Maß extremen Ideologien gegenüber kritisch eingestellt, betonte Manzke.